Publikationen: Neuerscheinungen

Philosophisch-historische Klasse
Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse
Akademiekonferenzen
Forschungsstellen

 

 

Philosophisch-historische Klasse

Gefälschtes Recht aus dem Frühmittelalter

Untersuchungen zur Herstellung und Überlieferung der pseudoisidorischen Dekretalen

Steffen Patzold

Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Band 55

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Universitätsverlag Winter, Heidelberg, 2015, 76 S., ISBN 978-3-8253-6511-0

 

Die pseudoisidorischen Dekretalen sind die wohl folgenreichste Fälschung des Frühmittelalters: eine Sammlung von knapp hundert Briefen der ersten Päpste sowie weiteren Dekretalen und Canones. Sie sind angefertigt worden, um Bischöfe vor Anklagen zu schützen und gegen die Metropoliten den Einfluss des Papstes zu stärken. Seit dem 11. Jahrhundert spielte die Sammlung deshalb eine wichtige Rolle bei der Ausweitung der päpstlichen Macht. Lange war unklar, wo und wann genau die Fälscher arbeiteten. Zuletzt konnte Klaus Zechiel-Eckes aber nachweisen, dass für die Fälschung zwei Handschriften des Klosters Corbie benutzt wurden. Auf seinen Arbeiten aufbauend zeigt diese Studie: Ein weiteres Manuskript aus Corbie diente dazu, eine Rezension zu schaffen, die in der Forschung als „C-Klasse“ firmiert. Sie ist, anders als bisher vermutet, bereits im 9. Jahrhundert entstanden, und zwar in der Fälscherwerkstatt selbst. Dieser Befund erlaubt neue Überlegungen zur Arbeitsweise der Fälscher.


Caesar und das Problem der Monarchie in Rom

Mischa Meier

Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Band 52

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Universitätsverlag Winter, Heidelberg, 2014, 83 S., ISBN 978-3-8253-6248-5

 

Die römische Republik war zur Zeit Caesars am Ende – dieser Eindruck jedenfalls ergibt sich, wenn man sie unter strukturellen Gesichtspunkten analysiert; andererseits aber suggeriert der Quellenbefund auf den ersten Blick das Gegenteil. Die deutschsprachige Forschung der letzten Jahrzehnte hat versucht, dieses Dilemma dadurch zu überwinden, dass der Übergang zur Monarchie prozessualisiert wurde; in chronologischer Abfolge suchte man ‚Stationen‘ einer Entwicklung festzumachen, und die Diktatur Caesars nahm dabei eine prominente Rolle ein. Die vorliegende Untersuchung geht einen anderen Weg, um Caesars Rolle und das Phänomen der Etablierung der Monarchie in Rom zu erfassen: Aus einer dezidiert kaiserzeitlichen, d.h. monarchischen Perspektive wird auf Caesar, seine Kommunikationsweise und seine Handlungsspielräume geblickt. Als analytisches Instrumentarium dienen dabei die Kategorien Ordnung, Handlungsrahmen und Diskurs. Sie ermöglichen die Begründung der These, dass Caesar selbst bereits in einem von monarchischen Strukturen geprägten Umfeld agierte, das durch den republikanischen Diskurs, wie er für uns als dominierende Formation in den Quellen fassbar ist, lediglich überwölbt wurde.

Dass insbesondere die deutschsprachige Forschung diesem Sachverhalt wiederholt auszuweichen versucht hat, ist auf wissenschaftsgeschichtliche Ursachen zurückzuführen, die ebenfalls kurz thematisiert werden.


Im Halbschatten

Der Orientalist Hellmut Ritter (1892-1971)

Josef van Ess

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Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2014, 257 S., ISBN 978-3-447-10029

 

Der Orientalist Hellmut Ritter (1892–1971), jüngerer Bruder des bekannten Historikers Gerhard Ritter, unterrichtete in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre an der neu gegründeten Universität Hamburg und nach dem Krieg von 1949 bis 1956 an der Universität Frankfurt. Er war Schüler von Carl Heinrich Becker und blieb dessen Umkreis Zeit seines Lebens verbunden. Seine wissenschaftliche Reife erlebte Ritter jedoch in der kemalistischen Türkei und betrachtete die politische und geistige Entwicklung im Deutschland der Zeit nach 1933 aus spürbarer Distanz. Seine Kontakte mit der im Umbruch befindlichen Welt der osmanischen Gelehrsamkeit und den nach 1933 hinzukommenden deutschen Emigranten, die nach Atatürks Wunsch die türkischen Universitäten (vor allem in Istanbul und Ankara) reformieren sollten, gaben seinem Werk eine Weite des Blickes, die in der deutschen Orientalistik sonst kaum erreicht wurde. In seinen letzten Jahren wechselte er sein Forschungsgebiet radikal, als er in Beirut eine Gemeinde aramäischsprachiger Christen entdeckte, die aus dem Tur Abdin stammte und im libanesischen Exil ihre neusyrische Sprache weiter pflegte. Ritter wendete sich von der Islamwissenschaft ab und analysierte die Grammatik des neu gefundenen Idioms. Im Halbschatten erzählt Ritters Leben und Werk im Sinne einer intellectual biography.


Heiden im Himmel?

Geschichte einer Aporie zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit.
Mit kritischer Edition der ‚Quaestio de salvatione Aristotelis‘ des Lambertus de Monte (um 1500) von Philipp Roelli

Peter von Moos

Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Band 54

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Universitätsverlag Winter, Heidelberg, 2014, 261 S., ISBN 978-3-8253-6321-5

 

Die hier vorgelegte, wenig bekannte Schrift des späten 15. Jahrhunderts, ein Plädoyer für die ewige Seligkeit des Aristoteles, verteidigt dessen umstrittenste Lehren gegen den Vorwurf der Gottlosigkeit, vornehmlich indem sie dieses Thema in das generelle Problem des jenseitigen Loses aller gerechten Heiden integriert. Zahlreiche theologische Argumente für die Heilsmöglichkeit Ungläubiger werden systematisch nach Art einer Summa vorgestellt. Das Hauptkriterium ist dabei heilsgeschichtlich: Die Zeitenwende der Inkarnation scheidet die Heiden in zwei völlig gegensätzliche Kategorien. Während die vor diesem Ereignis lebenden Nichtchristen (in der Sache, wenn auch nicht dem Namen nach) geradezu zu christlichen Heiligen werden können, sind nach Christus alle Ungläubigen – mit Ausnahme seltener Wilder, die schuldlos in „unüberwindlicher Unkenntnis“ des Evangeliums leben – ‚eo ipso‘ zur ewigen Verdammnis bestimmt.
Der Hauptgrund dafür ist das Wunder der schnellen Ausbreitung des Christentums, das in nur 30 Jahren nach der Passion Christi die Grenzen des Erdkreises erreicht haben soll. Seither gilt jede auch nur gerüchteweise Kenntnis Christi und des Christentums für alle Menschen als Verpflichtung zum Glauben, von der kein Unwissen mehr dispensiert. Merkwürdigerweise entfaltete sich dieses Theorem von der frühen, rasant schnellen Ausbreitung des Evangeliums bis ans Ende der Welt just zu einem Zeitpunkt, an dem es endgültig durch die Fakten, d.h. die neu entdeckten Völker Amerikas widerlegt wurde.


 

 

 

Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse

 

Risiko und Verantwortung in der modernen Gesellschaft

Hermann H. Hahn, Thomas W. Holstein, Silke Leopold  Hrsg.

Schriften der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse, Band 26

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Springer Spektrum, Wiesbaden, 2014, 58 S., ISBN 978-3-658-06321-4

 

In der modernen Gesellschaft sind Entscheidungen, z.B. zur Umweltvorsorge für den Wassersektor, durch einerseits wachsende Risiken, andererseits diffuser werdende Verantwortlichkeiten geprägt. Die Beiträge stammen aus einer Reihe von Akademiesitzungen; sie beginnen mit einer philosophischen Begründung für die außerordentliche Rolle, die ‚alles Wasser in unserem Leben‘ spielt. Risiken für den Bereich der umwelt- und gesundheitsrelevanten Kompartimente Atmosphäre und Wasser zu identifizieren, zu quantifizieren und den Betroffenen zu kommunizieren, ist neben deren naturwissenschaftlichen Komponenten auch eine Herausforderung für die Politikwissenschaft. Risiko ist dabei zu verstehen als der Versuch, die Folgen menschlichen Handelns möglichst quantitativ und auch im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit des Eintretens vorherzusagen. Neben der Erörterung der Risikoaspekte in der Setzung von Qualitätsstandards im Umwelt- und Verbraucherbereich ist vor allem die Verantwortbarkeit angesprochen.


Evolutionäre Ethik

Hans Mohr

Schriften der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse, Band 25

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Springer Spektrum, Wiesbaden, 2014, 52 S., ISBN 978-3-658-04319-3

 

Evolutionäre Ethik zielt darauf ab, moralisches Verhalten beim Menschen vor dem Hintergrund seiner evolutionären Disposition zu verstehen und zu beurteilen. Dieser Ansatz impliziert, dass zumindest Teilbereiche der Moralen einer (natur-)wissenschaftlichen Erklärung zugänglich sind. Außerdem wird vorausgesetzt, dass das moralische Verhalten des Menschen durch die Wechselwirkung von Genen und kulturellen Kräften (Memen) bestimmt wird. Schwerpunkte der Analyse von Hans Mohr bilden das Konzept der ‚gemischten Verhaltensstrategien‘, exemplifiziert am Beispiel der sozialen Marktwirtschaft, sowie der kulturhistorisch besonders bedeutsame Übergang von den Moralen zum positiven Recht. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Frage nach dem evolutionsbiologischen Zusammenhang von Moral, Bewusstsein, Willensfreiheit und Verantwortung. In der abschließenden Skizze mit der Überschrift ‚Evolutionäre und normative Ethik‘ geht es um die Vision einer rational gelenkten moralischen Evolution mit dem Ziel einer besseren Welt.


Emergenzen auf der Stufe des Lebendigen

Hans Mohr

Schriften der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse, Band 24

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Springer Spektrum, Wiesbaden, 2014, 25 S., ISBN 978-3-658-03957-8

 

Das Thema ‚Emergenzen in komplexen Systemen‘ wird derzeit viel diskutiert. Mit Emer­gen­zen sind solche Strukturen und Eigenschaften eines Systems gemeint, die sich aus der Kenntnis der Teile des Systems und ihrer Wechselwirkungen nicht verstehen lassen. ‚Leben‘ zum Beispiel ist auch für den Molekularbiologen eine emergente Eigenschaft der Zelle, nicht aber ihrer Moleküle. ‚Bewusstsein‘ gilt nach wie vor als eine emergente Eigenschaft unseres Zentralnervensystems, nicht aber der einzelnen Neuronen. Emergenzen werden in Philosophie, Physik und Biologie unterschiedlich behandelt. Hans Mohr geht es vorrangig um eine zeitgerechte Würdigung der Bedeutung von Emergenzen bei der Erforschung komplexer Systeme in Biologie, Soziobiologie und Ökonomik.


 

Akademiekonferenzen

 

Der "Ungläubige" in der Rechts- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts, Band 20

Ulrich Kronauer und Andreas Deutsch

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Universitätsverlag Winter, Heidelberg, 2015, 490 S., ISBN 978-3-8253-6532-5

 

Die Frage nach „Glaube“ und „Unglaube“ hat bis heute Brisanz. Während andernorts Menschen für ihren Glauben morden, muss in Europa die Toleranzdiskussion seit der Aufklärung stetig aufs Neue geführt werden. Der interdisziplinär ausgerichtete Band lenkt den Blick auf das 18. Jahrhundert, in dem traditionelle und modernisierende Kräfte zum Teil erbittert um Glaubenswahrheiten und Toleranzräume rangen. Wesentliche Positionen der Debatte wirken bis in unsere Tage nach. Nicht nur Atheisten, sondern auch Andersgläubige, etwa Muslime, Angehörige von Naturreligionen oder Sekten, galten für viele Christen des 18. Jahrhunderts als „ungläubig“ – und sollten entweder bekehrt und missioniert oder aber verfolgt und bestraft werden. Befürworter eines toleranten Umgangs setzten sich dem Verdacht aus, selbst ungläubig zu sein. Die Rolle des „Ungläubigen“ markiert somit einen spannenden Ausschnitt der komplexen Beziehung zwischen Aufklärung, Theologie und Recht (nicht nur) im 18. Jahrhundert. Der Band versucht eine exemplarische Annäherung mit historischen, rechtshistorischen, philosophischen, literaturwissenschaftlichen und theologischen Beiträgen.

 


Philipp Melanchthon in der Briefkultur des 16. Jahrhunderts, Band 19

Matthias Dall`Asta, Heidi Hein, Christine Mundhenk (Hg.)

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Universitätsverlag Winter, Heidelberg, 2015, 347 S., ISBN 978-3-8253-6487-8

 

»In Briefen werden meistens Dinge von größter Bedeutung verhandelt«, schrieb der 17-jährige Philipp Melanchthon, und er blieb zeitlebens ein leidenschaftlicher Briefschreiber. Die fast 10.000 erhaltenen Stücke seiner Korrespondenz tragen nicht nur wesentliche Daten und Aspekte zur Biographie des Humanisten und - neben Luther - wirkungsmächtigsten Reformators bei, sondern fügen sich zu einem über Jahrzehnte europaweit geknüpften Kommunikationsnetz, durch das die Geschicke des Kontinents gespiegelt und sogar maßgeblich bestimmt wurden.

Die Beiträge des Bandes nehmen nicht nur die personalen und regionalen Aspekte des Briefcorpus in den Blick, sondern betrachten die »halbliterarische« Gattung Brief aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: Ihre Rolle als Vermittlerin der Antike steht ebenso im Fokus wie die generelle Erschließbarkeit europäischer Briefcorpora und die digitalen Möglichkeiten ihrer Edition.

 


Ordnungen für die Kirche - Wirkungen auf die Welt

Sabine Ardend und Gerald Dörner (Hg.)

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Mohr Siebeck Verlag, Tübingen, 2015, 322 S., ISBN 978-3-16-153817-9

 

Evangelische Kirchenordnungen entstanden im 16. Jahrhundert vor dem Hintergrund des reformatorischen Umbruchs. Sie tragen ordnende Strukturen in die Kirche ein, indem sie Ämter, Liturgie, Predigt und Lehre neu definieren. Viele Kirchenordnungen gehen aber weit darüber hinaus, indem sie auch in andere Lebensbereiche, die ebenfalls als von Gott verordnet angesehen wurden, eingreifen. So wirken diese Regelungen in das gesellschaftliche Leben mit Fragen der Fürsorge und sozialen Ordnung oder in den Bereich von Haus und Familie mit Fragen der Ehe und des Zusammenlebens der Partner. Kirchenordnungen stellen also nicht nur, wie der Begriff zunächst vermuten lässt, Regelungen für die Kirche dar, sondern haben auch eine welt- und gesellschaftsgestaltende Dimension. Zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die Beiträge des vorliegenden Bandes, die auf den in der Sehlingschen Ausgabe edierten Kirchenordnungen basieren.

 


Forschungsstellen

 

Deutsches Rechtswörterbuch

Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache, Band XIII Heft 3/4, "selchen-Sittenrecht"

Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.)

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Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar, 2015, ISBN 978-3-7400-0005-9

 

Das Deutsche Rechtswörterbuch ist – als ein Wörterbuch der älteren Sprache – ein historisches Wörterbuch. Es behandelt die Sprache des Rechts vom Beginn der schriftlichen Überlieferung in lateinischen Urkunden der Völkerwanderungszeit bis etwa 1800. Für die heutige Rechtssprache müssen Sie in einem modernen Rechtswörterbuch nachschlagen. Es gibt solche beispielsweise von Creifelds und Köbler.
Weiter ist es ein Wörterbuch der deutschen Rechtssprache. "Deutsch" bezeichnet nach der Theorie des 19. Jahrhunderts, in dem das DRW konzipiert wurde, als Oberbegriff die gesamte westgermanische Sprachfamilie, wie Jacob Grimm es in seiner Einleitung zum Deutschen Wörterbuch festgelegt hat, "so dasz gleichwohl die friesische, niederländische, altsächsische und angelsächsische noch der deutschen sprache in engerm sinn zufallen" [Band I, Leipzig 1854, p. XIV].
Und schließlich ist das Deutsche Rechtswörterbuch ein Wörterbuch der Rechtssprache. Der Begriff Rechtssprache bezeichnet keine Fachsprache im engeren Sinne, sondern den Allgemeinwortschatz in seinen rechtlichen Bezügen. Dargestellt wird, wie sich Rechtsvorstellungen und Rechtsinstitute in der Alltagssprache manifestiert haben. Das DRW enthält somit nicht bloß juristische Fachbegriffe, sondern auch alle Wörter der Allgemeinsprache, sofern sie in rechtlichen Kontexten auftreten. So wird auch ein Adjektiv wie "nackt" behandelt – in seiner rechtsrelevanten Bedeutung "im Zustand der Nacktheit als Indiz für Ehebruch". Sie finden bei uns also Wörter wie "machen", "Kuß", "Kessel" und "Linde" ebenso wie "Litiskontestation", "Pfandkonstitution" und "Pfarracker".


 

Keilschrifttexte aus Assur literarischen Inhalts

Glossare zu den Bänden. Keilschrifttexte aus Assur literarischen Inhalts 1-3

Band 6

Herausgegeben von Stefan M. Maul

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Harrassowitz Verlag, 2015, ISBN 978-3-447-10407-4

 

In der Reihe Keilschrifttexte aus Assur literarischen Inhalts (KAL) werden Editionen der bislang unveröffentlichten literarischen Keilschrifttexte vorgelegt, die bei den Ausgrabungen in Assur, der im heutigen Nordirak gelegenen Hauptstadt des assyrischen Reiches, zutage kamen. Beginnend mit KAL 4 ist jeder Band mit einem Belegstellenglossar ausgestattet, in dem alle akkadischen und sumerischen Wörter sowie die Logogramme aufgeführt sind, die in den jeweils edierten Texten vorkommen. In dem von Stefan M. Maul herausgegebenen Band KAL 6 wird der Wortschatz der wichtigen Omensammlungen, der umfangreichen Ritualbeschreibungen und Beschwörungen sowie der bedeutsamen historischen Keilschrifttexte aus Assur, die Nils P. Heeßel, Daniel Schwemer und Eckart Frahm in den ersten drei Bänden der Reihe vorgelegt haben, in jeweils getrennten Glossaren systematisch erfasst. Die Glossare ermöglichen das rasche Auffinden von Parallelstellen und Duplikaten, wodurch das Werk substanzielle Hilfestellung bei der Rekonstruktion der gelehrten Überlieferungen des Alten Orients zu leisten vermag.


Nietzsche-Kommentar

Jochen Schmidt: Morgenröthe

Sebastian Kaufmann: Idyllen aus Messina

Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken, Band 3/1

Nietzschekom Morgenroethe

Walter de Gruyter, Berlin/Boston, 2015, 611 S., ISBN 978-3-11-029327-2

  

Seit 2008 entsteht an der Akademie-Forschungsstelle in Freiburg der erste umfassende historische und kritische Kommentar zum Werk Friedrich Nietzsches. Obwohl er zu den wirkungsmächtigsten Denkern der Moderne gehört, fehlte bisher ein übergreifender Kommentar zu seinem Gesamtwerk, der die philosophischen, historischen und literarischen Voraussetzungen und Kontexte erschließt. Der Nietzsche-Kommentar führt Ergebnisse der bisherigen Forschung zusammen und erweitert den Kenntnisstand zugleich erheblich. Einleitende Überblickskommentare stellen Nietzsches Schriften in den konzeptionellen Zusammenhang, erläutern ihre Struktur und bieten Informationen zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Umfangreiche Stellenkommentare gehen auf einzelne Textpartien und ihre Quellen ein. So entsteht ein neuer Zugang zu Nietzsches Werken. Für die künftige Nietzsche-Forschung bildet dieser Kommentar eine unentbehrliche Grundlage.
Die spätesten Nachlassschriften von 1888 zeugen von immenser sprachlicher und gedanklicher Radikalisierung. Der Antichrist soll die gesamte „Umwerthung aller Werthe“ sein; in Ecce homo betreibt Nietzsche eine Genealogie seines eigenen Denkens und eröffnet neue Dimensionen der Selbstreflexion. Nietzsche contra Wagner resümiert Nietzsches schon weit zurückreichende Wagner-Kritik, während die Dionysos-Dithyramben die Lyrik zu erneuern streben.

 

Rezensionen:

Rezension in: Theologische Revue Universität Münster 2-2014

Rezension zu den Bänden 6/1 und 6/2 auf www.f-nietzsche.de von März 2014

IFB: digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft 2013

Zeitschrift für Religionswissenschaften 2013

Literaturkritik.de


Goethe Wörterbuch

Sechster Band

6. Lieferung: natürlicherweise - niederländisch

Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgsichen Akademie der Wissenschaften, der Akademie der Wissenschaften in Göttingen und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften

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Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2014, 25 S., ISBN 978-17-029067-9

 

Das Goethe-Wörterbuch (GWb) informiert umfassend und ausführlich über mehr als 90.000 Wörter und ihre Bedeutungen. Dank Goethes Wortschatz und seiner Wortverwendungen ist es ein Nachschlagewerk mit ungewöhnlich vielseitigen lexikalischen Informationen.
Im Zentrum stehen die Belegzitate, die die einzelnen Wörter in ihrem Satz- und Sinnzusammenhang zeigen.

Goethes Wortschatz wird vollständig dargeboten, als Stichwort erscheinen sämtliche Wörter aus allen Textbereichen des Goetheschen Oeuvres: aus Vers- und Prosadichtung, autobiographischen, literatur- und kunsttheoretischen Schriften, naturwissenschaftlichen, amtlichen und Rechtsanwaltsschriften, Briefen und Tagebüchern, ergänzt durch das von Gesprächspartnern überlieferte, gesprochene Wort.

 


Bhuddist Stone Sutras in China

Shandong Province

Volume 2

Series Editor Lothar Ledderose, edited by Wang Yongbo and Claudia Wenzel

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Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2015, 473 S. - 186 ill., 2 maps, ISBN 978-3-447-10329-9

 

The second volume on Buddhist stone sutras in Shandong presents the extant inscriptions on the four mountains around the city of Zoucheng: Mount Yi (564 and before 572), Mount Tie (579), Mount Ge (580), and Mount Gang (580).
The studies of these inscriptions began in the late 18th century. The history of this scholarly enterprise is discussed in the introductory essay by Lothar Ledderose, “Epigraphers in Zoucheng”. The inscription of 564 with key passage from the Sutra on the Great Perfection of Wisdom Spoken by Mañjuśrī on the peak of Mount Yi was only discovered in the 1990s, and its colophon in 2002. A colophon to the same passage engraved further down the mountain names Hulü Wudu of the Northern Qi, probably a Xianbei, who was executed in 572. On Mount Tie a passage from the Great Collection Sutra is carved in the shape of a stele, more than 50 meters high. Its colophon, entitled Stone Hymn, is with a height of 17 meters the largest in China. It is also remarkable for its discussion of the aesthetics of calligraphy. Engraved on Mount Ge is a passage from the Vimalakirti Sutra. The inscriptions on Mount Gang are unique in being distributed over more than thirty cliffs and boulders. The passage describes the enchanting scenery on Mount Malaya, where the Buddha preached the Lankavatara Sutra to a great assembly. Pilgrims read the full text, as they climb the mountain. All texts are fully documented in photographs and rubbings; they are transcribed and translated into English.

The volume is in Chinese and English The research team, led by Lothar Ledderose, includes a group at the Heidelberger Akademie der Wissenschaften, and specialists from China, Japan, Europe, and America.

 


Stefan Burkhardt (Hrsg.)

Vita Arnoldi archiepiscopi Moguntinensis

Die Lebensbeschreibung des Mainzer Erzbischofs Arnold von Selenhofen

Edition, Übersetzung und Kommentar

Im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig hrsg. von Gert Melville, Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter


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Verlag Schnell & Steiner,Regensburg, 2014, 292 S., ISBN 978-3-7954-2940-9

Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert avancierten Klöster des Mittelalters zu bedeutenden Vordenkern und Impulsgebern gesellschaftlicher Neuerungen. Sie sammelten und ordneten verfügbares Wissen über Jenseits und Welt. Auf diese Weise entstanden sinnstiftende Weltdeutungen, die mit ihren gesellschaftlichen und politischen Ordnungsentwürfen in die Welt wirken wollten: Wie ließen sich Gott und die Welt erfassen? Welche Organisationsformen, welche normativen Strukturen und welche Denkmuster schufen sie? Wie wirkten diese Deutungsmodelle in die Welt? Ausgehend von diesen und weiteren Fragen erschließt die neue Reihe „Klöster als Innovationslabore. Studien und Texte“ in Editionen und Darstellungen, wie Klöster im Mittelalter zwischen Jenseits und Welt Innovationen durch Deuten und Gestalten schufen.

Die Lebensbeschreibung des Mainzer Erzbischofs Arnold von Selenhofen ist eine der bedeutendsten Quellen zur Geschichte des hochmittelalterlichen Mittelrheingebiets. Sie beleuchtet die Geschichte des Mainzer Erzbistums und der Stadt Mainz in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Im Zentrum der dramatischen Schilderung stehen Leben und Ermordung Arnolds von Selenhofen: seine Ideale und seine materiellen Nöte, seine Reisen nach Italien, die Konflikte, in die sich der Erzbischof immer tiefer verstrickte, und seine verzweifelten letzten Stunden im brennenden Kloster St. Jakob an der Stelle der heutigen Zitadelle in Mainz.

 


Altgaskognisches Wörterbuch, Dictionnaire onomasiologique de l'ancien gascon (DAG)

Fascicule 16

Hrsg. von Nicoline Winkler, Tiana Shabafrouz

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De Gruyter Verlag, Berlin, 2013, 80 S., ISBN 978-3-11-030833-4

 

Der DAG ist ein Wörterbuch der altgaskognischen Urkundensprache. Er umfasst den Wortschatz der mittelalterlichen Sprachstufe des Gaskognischen und seinen Varietäten (Bearnesisch, Landinisch, alte Mundart der Gascogne toulousaine).
Ausgewertet wird die gaskognische Skripta vom Beginn ihrer schriftlichen Überlieferung im 11. Jh. bis zum Jahr 1300. Die Beschränkung auf die frühen volkssprachlichen Quellen schafft ein einheitliches Korpus von nicht-literarischen Texten, da erste schöngeistige Texte erst zu Beginn des 14. Jhs. auftreten. Die Auswertung der Urkundensprache gewährt manchen Einblick in die lebendige Sprachentwicklung der Volkssprache, die durch die formelhafte juristische Ausdrucksweise schimmert. Die Gegenstände der Prozesse und Verordnungen waren Menschen und ihre täglichen Probleme, so findet man die allgemeine Umgangssprache eher in Urkunden als in der Sprache der Literatur. Ein Wörterbuch der Urkundensprache ist daher nicht nur für Linguisten von Bedeutung, sondern auch für Historiker und Volkskundler.

Die Quellentexte sind juristischer und administrativer Art: Gesetze, notarielle Schreiben, Verordnungen, Verwaltungsdokumente, gerichtliche Akten, Steuerlisten, Testamente, Akten zum Lehnswesen u.a.

 


Europa Humanistica

Die deutschen Humanisten. Dokumente zur Überlieferung der antiken und mittelalterlichen Literatur in der Frühen Neuzeit
Abteilung I: Die Kurpfalz; Bd. IV: Hieronymus Commelinus und seine Erben, Balthasar Copius, Lambertus Ludolfus Pithopoeus, Henricus Smetius, Simon Stenius und Friedrich Sylburg

in Verbindung mit Susann El Kholi, Michael Hanstein und Björn Spiekermann; hrsg. und bearb. von Wilhelm Kühlmann, Ralf Georg Czapla, Reinhard Gruhl und Volker Hartmann

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Verlag Brepols,Turnhout/Belgien, 2013, 722 S., ISBN 978-2-503-54648-3

 

Mit dem vorliegenden vierten Band zum Humanismus in der Kurpfalz wird erstmals der Beitrag des Verlagswesens zur Antikerezeption in der Frühen Neuzeit, insbesondere zur Gräzistik, seiner Bedeutung angemessen dargestellt. Hieronymus Commelinus (ca. 1550-1597) regte nicht nur unermüdlich Publikationen an, die er in seiner Offizin druckte, sondern war auch selbst ein produktiver Editor. Er gab u.a. die 1595 Akten des Konzils von Ephesos (431) heraus und kompilierte aus verschiedenen Historikern eine 1587 gedruckte Gesamtdarstellung der englischen Geschichte von der ausgehenden Spätantike bis zum Hundertjährigen Krieg (1337-1453). Sein Lektor Friedrich Sylburg (1536-1596) machte sich um zahlreiche vor allem griechische Autoren verdient. Noch für den bedeutenden reformierten Verleger Andreas Wechel in Frankfurt am Main tätig, veröffentlichte er 1584 bis 1587 eine elfbändige Werkausgabe des Aristoteles und diverser Philosophen der peripatetischen Schule sowie 1588 bis 1589 eine aus zahlreichen lateinischen und griechischen Autoren zusammengestellte Historia Romana in drei Bänden. In die Heidelberger Zeit fallen Editionen patristischen Schrifttums, aber auch eine gemeinsam mit Commelinus erarbeitete Sammlung mittelalterlicher Quellen zum Islam (1595). Simon Stenius (1539-1619) bemühte sich besonders um die Vermittlung des Kirchenvaters Basileios. Vor allem als Erläuterer des Horaz trat Lambertus Ludolfus Pithopoeus (1535-1596) hervor. Der Prediger Balthasar Copius (ca. 1530-1600) wirkte u.a. als Vermittler des Heidelberger Katechismus in die Niederlande während der Zeit vor dessen Annahme als reformierte Bekenntnisschrift durch die Synode von Dordrecht (1618-1619). Mit dem jahrhundertelang in ganz Europa verbreiteten metrischen Lexikon Prosodia (1599) des Henricus Smetius (1537-1614) wird außerdem das erfolgreichste Werk in der Geschichte des kurpfälzischen Humanismus vorgestellt.


Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts

Zwanzigster Band: Elsass. 2. Teilband: Die Territorien und Reichsstädte (außer Straßburg)

Begr. v. Emil Sehling. fortgef. v. d. Heidelberger Akademie d. Wiss., hrsg. v. Eike Wolgast. Bearb. v. Gerald Dörner


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Verlag Mohr Siebeck,Tübingen, 2013, 562 S., ISBN 978-3-16-152952-8

Mit der Einführung der Reformation in einem Territorium oder einer Reichsstadt waren die Landesherren und Magistrate gezwungen, ihren Gemeinwesen für zahlreiche Bereiche des kirchlichen Lebens neue Ordnungen zu geben, auch weil sie die päpstliche Obedienz und die bischöfliche Jurisdiktion nicht mehr anerkannten. Die erlassenen Ordnungen wirkten dabei oft weit über den Rahmen des kirchlichen Lebens hinaus auf das politische und rechtliche Geschehen in den Territorien. Zu den kirchenordnenden Texten zählen Agenden, Liturgien, Gebetsformulare, Vorschriften zur Anstellung von Pfarrern und Diakonen sowie Richtlinien zu ihrer Tätigkeit, Instruktionen für Visitationen, aber auch Armen-, Ehe- und Zuchtordnungen.
Der vorliegende zweite Teilband zum Elsass enthält die Kirchenordnungen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, der Herrschaften Fleckenstein und Rappoltstein sowie der Reichsstädte Colmar, Hagenau, Mülhausen, Münster im Münstertal und Weißenburg bis zum Jahr 1618. Entsprechend der Prägung durch die reformatorischen Zentren Basel, Straßburg und Württemberg zeigen sich bei ihnen sehr unterschiedliche Modelle der kirchlichen Organisation und der Ausgestaltung gemeindlichen Lebens.


Kommentierung der Fragmente der griechischen Komödie

Fragmenta Comica

Band 4, Andreas Bagordo: Telekleides. Einleitung, Übersetzung, Kommentar

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Verlag Antike e.K., Mainz, 2013, 342 S., ISBN 978-3-938032-62-6

 

Band 9.1, Christian Orth: Alkaios - Apollophanes. Einleitung, Übersetzung, Kommentar

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Verlag Antike e.K., Mainz, 2013, 450 S., ISBN 978-3-938032-63-3

 

Band 15, Matteo Pellegrino: Nicofonte. Introduzione,Traduzione e Commento

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Verlag Antike e.K., Mainz, 2013​, 99 S., ISBN 978-3-938032-57-2

 

Die Reihe Fragmenta Comica wird die vollständige Kommentierung der Fragmente der griechischen Komödie bieten.
Ziel der Kommentare ist es, einerseits die in der Regel schwierig zu verstehenden Texte unter allen möglichen Gesichtspunkten zu erschließen, andererseits, wo dies möglich ist, eine Rekonstruktion der Stücke zu versuchen und eine literaturgeschichtliche Einordnung der Autoren vorzunehmen. Die Fragmente und Testimonien werden übersetzt.
Die in den Kommentaren erzielten Ergebnisse sollen in allgemeine Studien einfließen, die in den Studia Comica veröffentlicht werden: zur Komik und komischen Techniken wie Parodie, Satire sowie zur politischen Funktion.
Prof. Dr. Bernhard Zimmermann leitet die Forschungsstelle „Kommentierung der Fragmente der griechischen Komödie“ an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
Die Arbeitsstelle des Projekts ist am Seminar für Klassische Philologie der Universität Freiburg angesiedelt. Ein Weblog berichtet aktuell über den Fortgang des Projekts, das auf 15 Jahre ausgelegt ist.
Das Projekt ist international vernetzt und arbeitet mit Zentren zur Erforschung der fragmentarisch erhaltenen griechischen Literatur in Italien, Großbritannien und den USA zusammen.


Martin Bucers Deutsche Schriften

Nachträge 1541–1551, Band 18

bearb. von Stephen E. Buckwalter und Thomas Wilhelmi

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Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 2015, 704 S., ISBN 978-3-579-04883-3

Das lokale, regionale und europaweite Wirken des Straßburger Reformators Der Band umfasst 36 bisher unedierte Schriften, die nicht nur das lokale, sondern auch das regionale und europaweite Wirken des Straßburger Reformators deutlich vor Augen führen, u.a. diese: Disziplinarmaßnahmen gegen einen pflichtvergessenen Straßburger Kleriker, die kategorische Abweisung der Bitte eines nordelsässischen Pfarrers, dem Volk das Tanzen an Sonntagen zu erlauben, ein von Bucer eigens erstelltes liturgisches Formular für die Taufe eines jüdischen Mädchens in Baden, einen an den französischen König gerichteten Protestbrief gegen das im April 1545 an den Waldensern des provenzalischen Städtchens Cabrières begangene Massaker, die für Hermann von Wied verfasste Gegenappellation (Juli 1545), die von Bucer mitverfasste Straßburger Schulordnung (November 1545), ein für Philipp von Hessen verfasster Brief an den französischen Dauphin Heinrich II. wegen der Verfolgung der Protestanten (1546) und zahlreiche persönliche Dokumente (Heiratsbrief, Testamente). Darüber hinaus enthält der Band eine bisher nicht erfasste Überlieferung der »Confessio Tetrapolitana« (1530) und eine deutsche Fassung der »Axiomata apologetica« (1535). .


Melanchthons Briefwechsel

Band T 14: Texte 3780-4109 (1545)

Hrsg. von Christine Mundhenk, bearb. von Matthias Dall'Asta, Heidi Hein und Christine Mundhenk.

Verlag Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2013. 624 S., ISBN 978-3-7728-2575-0

 

Das beherrschende Thema des Jahres 1545 ist die Religionspolitik. Bereits im Januar weiß Melanchthon, dass Papst Paul III. für den April das schon seit Jahren angekündigte Konzil nach Trient berufen hat; doch der Beginn verzögert sich bis zum Dezember. Für den Reichstag in Worms verfasst Melanchthon mehrere Gutachten. Neben seinen universitären Pflichten wirkt er an etlichen Stellenbesetzungen und Ordinationen mit und setzt sich in etwa 50 Empfehlungen und Fürsprachen für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein.

 

Zum Forschungsprojekt


Papyrus-Editionen

Veröffentlichungen aus der Heidelberger Papyrus-Sammlung, Neue Folge

Band 15: Die Phylakterien von Qumran (4Q128.129.135.137) aus der Heidelberger Papyrussammlung

Anna Busa

papyrus

Universitätsverlag Winter, Heidelberg, 2015, 116 S., ISBN 978-3-8253-6520-2

 

Die Textfunde vom Toten Meer bieten einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung des antiken Judentums. Sie verdeutlichen sowohl die Diversität der hebräischen Sprache, wie auch die der jüdischen Religionsgeschichte. Nach Veröffentlichung aller Textfunde vom Toten Meer stellt sich nun die Aufgabe die Phylakterienfunde vom Toten Meer im Licht aktueller Forschungsansätze neu zu analysieren. Dieser Aufgabe nimmt sich dieser Band an, indem er ausgehend von den Phylakterienfunden aus Qumran der Heidelberger Papyrussammlung eine Revision und Zusammenschau aller bisher veröffentlichten Phylakterien vom Toten Meer vorlegt. Im Fokus steht die Entwicklung der hebräischen Sprache im Kontext des Hebräischen seiner Zeit, das Verhältnis der textlichen Form der Phylakterien zum späteren ‚Textus receptus‘ der hebräischen Bibel, sowie die Herstellungsweise der Phylakterien in ihrer Relation zur normativen rabbinischen Halakhah.

 

verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 14.12.2015