Wenn stetiges Altern den Nachwuchs verzehrt – „Was ist Alter?“

Pressemitteilung vom 23. Oktober 2006

Heidelberger Akademie der Wissenschaften lädt zu interdisziplinärem Symposion ein – „Wir möchten der Altersdiskussion neue Impulse geben“

Mit ihren 23 Forschungsstellen und etwa 160 Mitarbeitern sowie ihrem Nachwuchsforschungs-programm WIN leistet die Heidelberger Akademie der Wissenschaften einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung. Die von ihr publizierten Wörter-bücher, Editionen und Werkausgaben sind für die Forschung in vielen Disziplinen unentbehrlich.
(Foto: Akademie/Oestergaard)

„Alter“ und „Altern“ sind Schlagworte mit Konjunktur. Politiker, Ökonomen, Mediziner, Psychologen, Biologen und Philosophen entwerfen Szenarien für die Zukunft, die aufhorchen lassen. Oft sind es schiere Schreckensgemälde, die durch die Medien geistern. Bei mancher öffentlichen Diskussion scheint nicht nur die demographische Entwicklung Kopf zu stehen. Gleichwohl: die Situation zeigt sich brisant. Die Lebenserwartung vor allem der über 60-Jährigen und mit ihr der Anteil der Menschen jenseits des Erwerbsalters steigt weiter. Die Geburtenrate ist so niedrig wie niemals zuvor. Die Frage nach der Überlebensfähigkeit der wirtschaftlich hochentwickelten Staaten, nach Generationensolidarität und dem Fortbestehen tragfähiger Sozialsysteme stellt sich. Sie stellt sich jetzt. Augenfällig brechen die strukturellen Probleme jener Regionen auf, die von der Abwanderung junger Menschen bedroht sind.

Vom 15. bis zum 17. November veranstaltet die Heidelberger Akademie der Wissenschaften ein wissenschaftliches Symposion, das sich grundlegend mit den Problemen, aber auch den Chancen einer alternden Gesellschaft beschäftigt. Die Konferenz soll bewusst einen Schritt hinter die gegenwärtig zuweilen emotional aufgeladene Diskussion zurück tun. Sie stellt sich eine scheinbar einfache, aber klärungsbedürftige Frage neu: „Was ist Alter?“. Leiterin des Programmkomitees ist Prof. Dr. Ursula M. Staudinger (International University Bremen), Vorsitzender des Lenkungsausschusses Prof. Dr. Dr. Heinz Häfner (Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim). „Unser Anliegen ist es, herausragende Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen ins Gespräch zu bringen und damit der Altersdiskussion neue Impulse zu geben“, so Häfner. Gefördert wird die Veranstaltung von der Robert Bosch Stiftung.

Das Symposion nähert sich dem Phänomen „Alter“ unter Berücksichtigung von vier großen Bereichen: Körper&Medizin, Demographie&Gesellschaft&Politik, Verhalten sowie Kultur&Bedeutungskonstruktion. Wie relevant diese Diskussion ist, zeigen Prognosen vor allem für Europa und Japan, mit unterschiedlicher Verzögerung aber auch für Amerika und China, letztlich für alle Länder dieser Erde. Die Alterung der Bevölkerung schafft einen gesellschaftlichen, kulturellen und wahrscheinlich auch politischen Umbruch, der historisch keine Parallele kennt. Wie ist er zu bewältigen – kann er überhaupt bewältigt werden? Kennt die Wissenschaft eine Antwort? Was weiß sie zur immer längeren Lebenszeit in geistiger und körperlicher Gesundheit jenseits von Erwerbstätigkeit und von Beiträgen zur Produktivität der Gesellschaft zu sagen? Was weiß sie über Gesundheitsrisiken und Kosten? Über die biologischen Möglichkeiten und Probleme einer Verlängerung des Lebens? Was sagt sie zu Themen der Generationengerechtigkeit, zur Wandlung der Gesellschaft und zur aktiven Gestaltung des Alters? „Daß Alter ein Schlüsselthema für unsere Zukunft ist, beginnen wir zu begreifen, aber noch sehen wir nicht die Vielfalt der Aspekte. Hierzu soll das Symposion beitragen“, so Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

 

Datum:15. bis 17. November 2006
Ort:Neuer Sitzungssaal, Rathaus Heidelberg. Marktplatz 10, 69117 Heidelberg
Veranstalter:Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Gefördert von der Robert Bosch Stiftung
Weitere Informationen:Das Programm, die Referenten und sämtliche Zeitangaben finden Sie im Internet unter www.was-ist-alter.de

 

Der Eintritt ist kostenlos



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Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
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E-Mail: johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
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Letzte Änderung: 23.06.2009