„Die virtuelle Seidenstrasse“ – 3D-Animationen erschließen bedeutsame Kulturgüter völlig neu

Pressemitteilung vom 30. November 2007

Heidelberger Akademie der Wissenschaften ist am 13. Dezember „Ausgewählter Ort“ der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ – Zwei Forschungsvorhaben stellen sich der Öffentlichkeit vor

 

Die Dokumentationsarbeit der Forschungsstelle „Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway“ bewahrt unersetzliche historische Zeugnisse – zumindest digital oder als Replik – vor der Zerstörung.
(Foto: Akademie)

 
Ein unbehauener Granitbrocken trägt den Abschnitt eines fortlaufenden Sutrentextes. Er beschreibt jenen Ort, an den „die Gemeinschaft der Grossen Mönche und die Menge der Großen Bodhisattvas aus den verschiedensten Buddhaländern aller Weltrichtungen gekommen sind, um sich zu versammeln“; damit wird er zum Hauptanziehungspunkt des bergansteigenden Pilgerpfades am Berg Gangshahn.
(Foto: Klinger/Akademie)

Am 13. Dezember präsentiert die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Akademie der Wissenschaften des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ zwei ihrer Forschungsvorhaben der Öffentlichkeit. Um 10.30 Uhr findet die offizielle Begrüßung durch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gerd Theißen, Sekretar der Philosophisch-historischen Klasse, statt. Als Vertreter der Deutschen Bank, Projektpartner der Initiative, überreicht Eckhard Fehm, Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Region Mannheim, der Akademie die Urkunde „Ausgewählter Ort 2007“. Die Präsentation in der Akademie ist von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Die Forschungsstelle „Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway“, unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Hauptmann, zeigt eine Präsentation der archäologischen Arbeiten im oberen Industal im Norden Pakistans. In der Hochgebirgsregion Nordpakistans liegt eine in ihrer Vielfalt einzigartige und mit über 50.000 Gravuren zu den größten der Welt zählende Galerie von Felsbildern und Inschriften. Eine Forschungsgruppe der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat die Aufgabe übernommen, die von der späten Steinzeit bis in das frühe Mittelalter reichenden Kunstzeugnisse zu dokumentieren.

Durch die in mehreren Stufen geplante Aufstauung des oberen Indus, wie durch den Diamer-Basha Staudamm, wird bis 2016 ein großer Teil dieses „steinernen Archivs“ zerstört. Mit 3-D-Laserscanner und Computerfräse soll nun versucht werden, wenigstens einen Teil der wichtigsten Gravuren in Form von detailgetreuen Repliken der Nachwelt zu erhalten.

Die Forschungsstelle „Buddhistische Steinschriften in China“ unter Leitung von Prof. Dr. Lothar Ledderose, Balzan-Preisträger 2005, wird am 13. Dezember unter dem Thema „Virtuelle Seidenstraße“ Ergebnisse ihrer bisherigen Forschung präsentieren. Heilige Texte aus buddhistischen Sutren, die über die Seidenstraße von Indien nach China gekommen waren, wurden dort in der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts n.Chr. in Stein gemeißelt. Drei repräsentative Inschriftenorte in der chinesischen Provinz Shandong werden zu diesem Anlass der Öffentlichkeit vorgestellt werden: Das Inschriftental am Berg Hongding, die monumentale Stele am Berg Tie und der Pilgerweg auf dem Berg Gang. Computergestütze 3D-Modelle sowie Animationen in Form von kurzen Filmsequenzen sollen den Besuchern den besonderen Charakter dieser Orte veranschaulichen, deren datenbankbasierte Dokumentation zukünftig übers Internet abgerufen werden kann.

Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ betont eine Stärke des Standortes Deutschland und spiegelt Einfallsreichtum, schöpferische Leidenschaft und visionäres Denken wider. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler. Die Initiative wird getragen von der Bundesregierung und der Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und führende Unternehmen.

 

Datum:13. Dezember 2007
Beginn: offizielle Begrüssung 10.30 Uhr, 10.00 bis 17.00 Uhr
Ort:Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstrasse 4, 69117 Heidelberg

Die Veranstaltung ist öffentlich. Um eine Akkreditierung von Pressevertretern wird gebeten.



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Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
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Letzte Änderung: 23.06.2009