Monarchie und Aufklärung

Pressemitteilung vom 10. Juni 2008

Öffentlicher Vortrag im Rahmen des Symposions „Die Aufklärung im Baltikum. Recht – Kultur – Sprache.“

 

Die Zarin Katharina II. berief im Jahre 1767 eine Kommission mit dem Auftrag, ein neues Gesetzbuch zu erarbeiten. Die für die Kommission von ihr verfasste Instruktion ist geprägt von den Ideen politischer Schriftsteller der Aufklärung wie Montesquieu, Justi, Beccaria und anderen. Die Instruktion wurde in mehreren Sprachen gedruckt und begründete in ganz Europa den Ruf Katharinas als aufgeklärte Herrscherin.
(Repro: privat)

 
Mit ihren 21 Forschungsstellen und etwa 240 Mitarbeitern sowie ihrem Nachwuchsforschungsprogramm WIN leistet die Heidelberger Akademie der Wissenschaften einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung. Die von ihr publizierten Wörterbücher, Editionen und Werkausgaben sind für die Forschung in vielen Disziplinen unentbehrlich.
(Foto: Akademie/Oestergaard)

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften lädt die interessierte Öffentlichkeit sowie die Vertreter der Presse herzlich zum Vortrag „Monarchie und Aufklärung“ von Prof. Dr. Volker Sellin ein. Er findet am Donnerstag, dem 19. Juni 2008 in der Alten Aula der Universität statt. Sellin geht dabei der Frage nach, auf welche Weise Aufklärung die Monarchie in Europa verändert hat. Dabei stehen drei verschiedene Formen der Veränderung im Vordergrund der Betrachtung: Erstens hat die Aufklärung das Gottesgnadentum durch eine naturrechtliche Legitimation ersetzt. Zweitens hat sie in Gestalt der Polizei- und Kameralwissenschaften ein System von Lehrsätzen für die Steigerung und Rationalisierung der monarchischen Gewalt entwickelt. Drittens aber hat sie die Ideen des demokratischen Verfassungsstaats und der Grund- und Freiheitsrechte hervorgebracht und damit die Abschaffung der Monarchie in ihrer bisherigen Gestalt eingeleitet: 1776 proklamierten die aufständischen Amerikaner, 1792 der französische Nationalkonvent die Republik.

Der Vortrag findet im Rahmen des internationalen Symposions „Die Aufklärung im Baltikum. Recht – Kultur – Sprache“ statt, welches von der Forschungsstelle „Deutsches Rechtswörterbuch“ der Akademie organisiert wird. Volker Sellin war von 1980 bis 2004 Ordinarius für Geschichte der Neuzeit an der Universität Heidelberg und von 1987 bis 1991 deren Rektor. Er ist ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Ehrendoktor der Universitäten Catania und Montpellier.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wiedergegründet im Jahre 1909, ist die Landesakademie Baden-Württembergs und eine der acht deutschen Akademien der Wissenschaften. Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung verantwortet sie derzeit 21 Forschungsvorhaben, in denen etwa 240 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die rund 180 gewählten Mitglieder der Heidelberger Akademie treffen sich regelmäßig zum fächerübergreifenden Gespräch, die Akademie veranstaltet wissenschaftliche Tagungen sowie öffentliche Vortragsreihen. Mit der 2002 erfolgten Einrichtung eines Nachwuchskollegs (WIN-Kolleg), der Ausrichtung der „Akademiekonferenzen für junge Wissenschaftler“ sowie durch die Vergabe von Forschungspreisen fördert sie jüngere Exponenten der Wissenschaft.

 

Datum:19. Juni 2008, 20 Uhr s.t.
Ort:Alte Aula der Universität Heidelberg, Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
Der Eintritt ist frei. 



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Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
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Letzte Änderung: 23.06.2009