„Kirche ordnen. Welt gestalten“ – Von der reformatorischen Kirchenordnung zur europäischen Verfassung

Pressemitteilung vom 20. Oktober 2006

Ausstellung in Brüssel zum 450. Jubiläum der Reformation in Baden und der Kurpfalz – „Die evangelischen Kirchenordnungen sind Bausteine unserer modernen europäischen Verfassung“

 

Auf dem Kasendorfer Konfessionsbild (Andreas Herrneisen, 1602) ist im Vordergrund die Übergabe des Augsburger Bekenntnissen an Kaiser Karl V. gezeigt (1530). Im Hintergrund wird in idealtypischer Weise das Leben der evangelischen Kirche dargestellt (wie etwa Abendmahl, Taufe, Hochzeit, Kirchenmusik und Unterricht).
(Foto: Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn)

Mit ihren 23 Forschungsstellen und etwa 200 Mitarbeitern sowie ihrem Nachwuchsforschungsprogramm WIN leistet die Heidelberger Akademie der Wissenschaften einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung. Die von ihr publizierten Wörterbücher, Editionen und Werkausgaben sind für die Forschung in vielen Disziplinen unentbehrlich.
(Foto: Akademie/Oestergaard)

Vom 26. Oktober bis zum 10. November 2006 präsentieren die Melanchthon-Akademie Bretten, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften und das Landeskirchliche Archiv Karlsruhe mit Unterstützung beider evangelischer Landeskirchen in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Brüssel die Ausstellung „Kirche ordnen. Welt gestalten“. Dabei werden anlässlich des 450. Reformationsjubiläums Originaldrucke gezeigt und auf 20 Schautafeln die gesellschaftliche, politische und religiöse Situation des deutschen Südwestens im 16. Jahrhundert wieder lebendig gemacht. Nach rund einem Jahr Vorbereitungszeit war es möglich, auch seltene Exponate wie etwa ein Versehkästchen aus der Reformationszeit und die Büste des Kurfürsten Ottheinrich aus dem Kurpfälzischen Museum Heidelberg für die Ausstellung zu erhalten.

„Die Landesvertretung Baden-Württembergs in Brüssel bot sich als Ausstellungssort deshalb für uns an, weil die Evangelischen Kirchenordnungen von zentraler Bedeutung nicht nur für die Kirchen-, sondern auch für die europäische Verfassungsgeschichte sind“, so Pfarrer Dr. Konrad Fischer, für die Badische Landeskirche, Theologischer Referent der Europäischen Melanchthon-Akademie in Bretten. „In den Kirchenordnungen jener Epoche zeigen sich bereits deutlich erkennbar Elemente des modernen Rechts- und Sozialstaates sowie eines öffentlichen Bildungsauftrags, die auf heutige Verfassungen vorausweisen. Die reformatorischen Kirchenordnungen sind tatsächlich Bausteine in der modernen europäischen Verfassungsgeschichte.“ Die Kontinuität dieser historischen Entwicklung in allgemeinverständlicher und anschaulicher Form zu zeigen, ist Anliegen der Ausstellung. Sie soll in den nächsten beiden Jahren auch in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Simmern, Bretten und Zweibrücken zu sehen sein.

Die wissenschaftliche Erarbeitung wurden von der Forschungsstelle „Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wissenschaftliche Landesakademie Baden-Württembergs, gemeinsam mit Prof. Dr. Armin Kohnle (Universität Heidelberg) und Dr. Udo Wennemuth (Landeskirchliches Archiv Karlsruhe) geleistet. „Interessant ist, dass im Jahre 1556 sowohl der Markgraf von Baden, als auch Kurfürst Ottheinrich in Heidelberg die württembergische Kirchenordnung praktisch unverändert übernahmen. So erscheint das heutige Baden-Württemberg unter verfassungsgeschichtlichen Gesichtpunkten erstmals als eine geschlossenes Gebiet“, so Pfarrer Dr. Thomas Bergholz, von der Forschungsstelle „Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts“.

 

Datum:26. Oktober bis 10. November 2006
Ausstellungseröffnung: 26. Oktober, 12.30 Uhr
Ort:Vertretung des Landes Baden-Württemberg,
Rue Belliard, 60 – 62, 1040 Brüssel, Tel. 0032 2741-77 11
Fax -77 99, E-Mail: poststelle@bruessel.bwl.de
Öffnungszeiten:Montag bis Freitag 9.30 Uhr bis 19.30 Uhr

Weitere Daten zur Ausstellung finden Sie im Internet unter www.rzuser.uni-heidelberg.de/~ff0/index.html (Rubrik Aktuelles)



Rückfragen bitte an

Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Telefon: 06221 / 54 34 00
Fax: 06221 / 54 33 55
E-Mail: johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
Internet: www.haw.baden-wuerttemberg.de

sowie

Pfr. Dr. Thomas Bergholz
Forschungsstelle Evangelische Kirchenordnungen
Telefon: 06221 / 54 81 69
Fax: 06221 / 54 43 95
E-Mail: thomas.bergholz@urz.uni-heidelberg.de

sowie

Pfr. Dr. Konrad Fischer
Europäische Melanchthon-Akademie
Melanchthonstr. 1, 75015 Bretten
Telefon: 07252 / 94 41 12 (Sekr.)
Fax: 07252 / 94 41 16
E-Mail: martin@melanchthon.com Internet: www.melanchthon-akademie.org

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Letzte Änderung: 23.06.2009