Akademien schaffen unentbehrliche wissenschaftliche Infrastruktur

Pressemitteilung vom 9. Juni 2007

Heidelberger Akademie der Wissenschaften begeht Jahresfeier 2007 – Nachwuchswissenschaftler mit Preisen ausgezeichnet

 

2007 wurden von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vier Nachwuchsforscher mit Preisen ausgezeichnet. (v.l.n.r.) Dr. Gunnar Hindrichs,
Dr. Barabara Beßlich, Prof. Dr. Peter Frankenberg (Wissenschaftsminister),
Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch, Dr. Tobias Erhart, Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg (Präsident).
(Foto: Akademie/Schneider)

Rund 350 Gäste erschienen zur heutigen Jahresfeier der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in der Alten Aula der Universität. Im Beisein des baden-württembergischen Wissenschaftsministers Prof. Dr. Peter Frankenberg wurden gleich vier Nachwuchsforscher für ihre herausragende Arbeiten ausgezeichnet. Den Akademiepreis erhielt der Philosoph Dr. Gunnar Hindrichs, der Karl-Freudenberg-Preis ging an die Ärztin Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch, der Karl-Freudenberg-Preis an die Historikerin Dr. Barbara Beßlich. Erstmals verliehen wurde der Dulger-Preis, er ging an den Diplom-Ingenieur Dr. Tobias Erhart. Die drei erstgenannten Preis sind mit jeweils 6000 Euro dotiert, der Dulger-Preis mit 5000 Euro. Den wissenschaftlichen Festvortrag „Pax optima rerum. Theorie und Praxis des Friedensschlusses in der Neuzeit“ hielt Akademiemitglied Prof. Dr. Eike Wolgast.

„Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften ist ein Kleinod in der Wissenschaftslandschaft unsere Landes“, so Minister Frankenberg. Es seien die grossen Projekte mit Langfristcharakter, denen sich die Akademie widme und die ihr Bild in der Öffentlichkeit prägten. „Es sind Projekte von hohem kulturellen Wert, die in vielfältigster Ausprägung betrieben werden. Sie schaffen damit eine Infrastruktur, die für die geisteswissenschaftliche Infrastruktur unentbehrlich ist.“ Besonders begrüssenswert sei die starke Nachwuchsförderung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wie sie etwa im WIN-Programm zum Ausdruck komme.

Dass sich die Akademien der Wissenschaften gegenwärtig in einer Zeit des Umbruchs befinden, machte Präsident Prof. Peter Graf Kielmansegg in seinem Jahresbericht deutlich. Durch die Öffnung des Akademienprogramms seien im vergangenen Jahr 17 Anträge auf Neuvorhaben eingegangen.
„In einem sehr sorgfältigen Evaluationsprozess haben wir von den zwölf Anträgen des ersten Durchgangs drei ausgewählt, die wir den Gremien der Union vorgelegt haben. Für den zweiten Durchgang ist der Evaluationsprozess noch im Gang. Am Ende werden wir es mit einer durchschnittlichen Bewilligungsrate zu tun haben, die zwischen 10 und 20 % liegt. Das aber bedeutet: Akademieforschung liegt inzwischen, was die Wettbewerbsintensität angeht, ganz vorn; und ganz vorn liegt sie folglich auch, was die Intensität der Begutachtung angeht.“ Die Kooperation mit den Landesuniversitäten konnte im vergangenen Jahr noch einmal deutlich intensiviert werden.

Auf einem guten Weg sei die Heidelberger Akademie auch, was den Abschluss vieler Forschungsvorhaben angehen. So wurde 2005 die Edition der Opera omnia des Philosophen Nicolaus Cusanus beendet, 2006 das Forschungsvorhaben „Mannheimer Hofkapelle“ erfolgreich beendet und mit neuer Ausrichtung wieder auf den Weg gebracht, 2007 schliesslich kommt die Edition der Briefe Johannes Reuchlins zu ihrem Abschluss.

Bedauerlich sei gleichwohl die, vom Wissenschaftsrat verordnete, Trennung von den naturwissenschaftlichen Vorhaben. So übergebe die Akademie zwar fristgerecht ihre letzten drei naturwissenschaftlichen Forschungsstellen an andere Träger. Die archäometrische Forschung wird an der Universität Heidelberg fortgeführt, die Karlsruher Forschungsstelle „World Stress Map“ geht im Potsdamer Geoforschungszentrum auf und auch für die „Radiometrie“ wird ein angemessener Träger gefunden.

„Aber so sehr wir uns auch darüber freuen, dass erfolgreiche Forschung nicht abgebrochen werden muss – es bleibt dabei: Die neuen Vorgaben machen es uns deutlich schwerer, die Balance zwischen Geistes- und Naturwissenschaften in den Akademien zu halten, die um unserer Aufgaben willen für die Akademien unverzichtbar ist“, so Graf Kielmansegg.



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Dr. Johannes Schnurr
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Letzte Änderung: 23.06.2009