„Die Inschriften des Hohenlohekreises“. Heidelberger Akademie der Wissenschaften erschliesst bedeutsame landesgeschichtliche Quellen

Pressemitteilung vom 07. November 2008

Neuer Band der renommierten Reihe „Die Deutschen Inschriften“ erschienen – Präsentation in Öhringen

 

Glasmalerei aus der Stiftskirche Öhringen mit Darstellung des Stifters, des Kanonikers Johannes Gemminger, angefertigt um das Jahr 1464.
(Foto: Drös/Akademie)

 
Selbstbewusst präsentierte sich die bürgerliche Führungsschicht Öhringens: Grabdenkmal des Balthasar Fleck in der Friedhofskapelle St. Anna (1601).
(Foto: Drös/Akademie)

Im Rahmen des 5. Tags der Heimatgeschichte im Hohenlohekreis, der gemeinsam vom Landkreis, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Stadt Öhringen veranstaltet wird, wird am 14. November in Öhringen das zweibändige Werk „Die Inschriften des Hohenlohekreises“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Erarbeitet wurde es von der Forschungsstelle „Deutsche Inschriften“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Es enthält die vollständige Sammlung und wissenschaftliche Edition der Inschriften des geschichtsträchtigen Kreisgebiets von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Jahr 1650. Das Projekt ist Teil des von den Akademien der Wissenschaften in Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, Mainz, München und Wien gemeinsam getragenen Gesamtunternehmens „Die Deutschen Inschriften“, das sich zum Ziel gesetzt hat, sämtliche Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in Deutschland und Österreich zu erfassen, zu dokumentieren und wissenschaftlich zu edieren. Die Heidelberger Forschungsstelle ist dabei zuständig für die epigraphischen Quellen des Landes Baden-Württemberg. Der nun erschienene Band ist der 16. der Heidelberger Reihe und der 73. der Gesamtreihe. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr und findet in der Gewerblichen Schule, Sudetenstraße 4 in Öhringen, statt, die Begrüßung erfolgt durch den Landrat des Hohenlohekreises Helmut M. Jahn, den Oberbürgermeister der Stadt Öhringen Jochen K. Kübler MdL sowie den Präsidenten der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg.

Die Texte der Inschriften – es handelt sich ganz überwiegend um Inschriften des Totengedenkens auf Grabmälern, um Baunachrichten und um Beschriftungen von kirchlichen Ausstattungsstücken und Geräten – besitzen häufig hohe historische Aussagekraft, da sie in vielen Fällen für den öffentlichen Raum bestimmt und dort für eine dauernde Wirksamkeit konzipiert waren. In den hohenlohischen Städten Öhringen, Neuenstein und Waldenburg sind die Grafen von Hohenlohe, die der Landschaft und dem Landkreis den Namen gaben, sowie ihre Dienerschaft vielfach epigraphisch dokumentiert. Daneben kommen in den Inschriften vor allem der ritterschaftliche Niederadel und die Geistlichkeit, ab dem 16. Jahrhundert auch zunehmend die bürgerliche Führungsschicht, zu Wort. Einen Schwerpunkt bildet das Zisterzienserkloster Schöntal, in dem sich auch das Epitaph und die Grabplatte des Götz von Berlichingen mit der Eisernen Hand befinden. Über ein Drittel der Inschriften wird hier erstmals veröffentlicht.

Angesichts der Bedrohung vieler Inschriftenträger durch Umwelteinflüsse, aber auch durch verständnislose Bautätigkeit und Vandalismus, gewinnt die rechtzeitige Dokumentation und wissenschaftliche Erschließung der Inschriftendenkmäler zunehmende Bedeutung. Damit leisten die „Deutschen Inschriften“ einen wichtigen Beitrag zur Sicherung öffentlichen Kulturguts.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wiedergegründet im Jahre 1909, ist die Landesakademie Baden-Württembergs und eine der acht deutschen Akademien der Wissenschaften. Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung verantwortet sie derzeit 21 Forschungsvorhaben, in denen etwa 240 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die rund 180 gewählten Mitglieder der Heidelberger Akademie treffen sich als herausragende Vertreter ihrer Disziplin regelmäßig zum fächerübergreifenden Gespräch, die Akademie veranstaltet wissenschaftliche Tagungen sowie öffentliche Vortragsreihen. Mit der 2002 erfolgten Einrichtung eines Nachwuchskollegs (WIN-Kolleg), der Ausrichtung der „Akademiekonferenzen für junge Wissenschaftler“ sowie durch die Vergabe von Forschungspreisen fördert sie herausragende jüngere Exponenten der Wissenschaft.

Datum:Freitag, 14. November 2008
Ort:Gewerbliche Schule (Aula), Sudetenstraße 4, Öhringen
Beginn:16 Uhr




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Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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E-Mail: johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
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Dr. Harald Drös
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Dr. Thomas Kreutzer
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Letzte Änderung: 23.06.2009