„Gefallene Engel, gehörnte Frauen und gemeine Schlangen - Ovids Metamorphosen im Kontext des christlichen Mittelalters“

Öffentlicher Vortrag mit musikalischer Umrahmung an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften

 

Heidelberg: 2. Mai 2012, 18.15 Uhr, Akademiegebäude, Karlstraße 4

                                                                                                

Die öffentliche Vortragsreihe der Heidelberger Akademie der Wissenschaften „Wir forschen. Für Sie.“ wird am kommenden Mittwoch, dem 2. Mai 2012, mit dem Vortrag Gefallene Engel, gehörnte Frauen und gemeine Schlangen - Ovids Metamorphosen im Kontext des christlichen Mittelalters“ fortgesetzt. Die Referentin, Lisa Šumski, wird über die erste vollständige Übersetzung der „Metamorphosen“ Ovids aus dem Lateinischen ins Altfranzösische und aus dem Lateinischen in eine romanische Sprache überhaupt sprechen: den sogenannten „Ovide moralisé“. Er ist in das 14. Jahrhundert zu datieren. Seinen Titel, „moralisierter Ovid“, verdankt er der Tatsache, dass er die „Metamorphosen“ mit einer umfangreichen christlichen mittelalterlichen Interpretation versieht, das heißt, sie „moralisiert“ oder allegorisch auslegt. Es findet also ein kultureller Anpassungsprozess des lateinischen Textes im altfranzösischen „Ovide moralisé“ statt, den wir beispielhaft betrachten wollen. Zudem soll erörtert werden, wie die Wissenschaft von der Aufzeichnung und der Erklärung der Bedeutung historischer Wörter, also die historische Lexikographie, diesen Prozess erhellen kann.

 

Ovide Moralise Bruegge "Ovide moralisé", Colard Mansion, 1484, Seite 27 (Ausschnitt), Stadtbücherei Brügge

 

Nach dem Vortrag wird es Zeit geben, um Fragen zu diskutieren und mit der Wissenschaftlerin ins Gespräch zu kommen. Die Reihe, die von der Volkshochschule mit beworben wird, ist öffentlich.

Der Eintritt ist frei.

 

Zur Umrahmung des Vortrags singt Thomas Städtler moderne Vertonungen altfranzösischer Poesie.

 

Die Referentin:

Lisa Šumski studierte Romanistik mit den Sprachen Französisch und Italienisch sowie Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutschland), an der Université Lumière Lyon 2 (Frankreich) und an der Università degli Studi di Trento (Italien). Seit 2010 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstelle „Altfranzösisches Etymologisches Wörterbuch/Dictionnaire Étymologique de l’Ancien Français (DEAF)“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. 

 

Die Reihe wird am 16. Mai 2012 mit dem Vortrag „Mord im Kloster. Zur Bewältigung von Gewalttaten in religiösen Gemeinschaften des Mittelalters“ fortgeführt.