Energie für Europa

Heidelberger Akademie der Wissenschaften/Gelehrte Gesellschaft der tschechischen Republik Pressemitteilung vom 20. Dezember 2013

Am 18. und 19. Dezember 2013 fand im Zentralgebäude der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik in Prag ein Symposium mit dem Thema „Energie“ statt. Verantwortlich waren die Gelehrte Gesellschaft der tschechischen Republik und die Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

An dem Symposium beteiligten sich mehr als 70 Experten, davon 25 aus Deutschland. Der Vizeminister für Umwelt der tschechischen Republik eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit dem Deutschen Botschafter in Prag sowie den Repräsentanten beider Gesellschaften, die diese Tagung organisierten. Etwa 25 Einzelbeiträge und zahlreiche Diskussionen mit den führenden Experten beider Länder gestalteten das Programm.

Viele Aspekte dieses höchst aktuellen und lebenswichtigen Themenbereiches wurden analysiert, u.a. die gegenwärtige Situation sowie zukünftige Entwicklungen bei fossilen Energieressourcen (Kohle, Gas, Öl), bei der Atomaren Energienutzung (Spaltung, Fusion) sowie der solaren Energienutzung.

Neue Ideen wurden speziell im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien, wie Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie entwickelt. Die ökonomischen, finanziellen, politischen und ethischen Aspekte des Energieproblems wurden ebenfalls thematisiert. Obwohl sich – nach der endgültigen Entscheidung Deutschlands zum Atomausstieg und der dazu konträren Entscheidung der tschechischen Republik, Atomkraft stärker auszubauen – die Lösungen der Energiefrage beider Länder derzeit unterscheiden, konnten verschiedene wichtige Gebiete für eine grenzüberschreitende Kooperation identifiziert werden. Es bestand Einigkeit darüber, dass die Lösung der anstehenden Probleme eine enge internationale Kooperation erfordert insbesondere in Europa braucht.

Man will sich gemeinsam um neue Wege zur Speicherung von Energie, der Konstruktion von effizienten Wegen des Transports von Energie – und, als die vielversprechendste Möglichkeit der Zusammenarbeit in allernächster Zukunft – die Optimierung der Formen des Energiemixes durch mathematische Modellierung unter Berücksichtigung der Parameter des Klimawandels, bemühen. Energie für Europa zu erschließen und zu sichern, ist eine Herausforderung auch für die Wissenschaft.

Prof. Dr. Willi Jäger
Institut für Wissenschaftliches Rechnen (IWR)
Universität Heidelberg
Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Email: wjaeger@iwr.uni-heidelberg.de

verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 23.12.2013