Heidelberger Akademie der Wissenschaften wählt neue Mitglieder

 

 

Seit dem Sommersemester letzten Jahres hat das Plenum der Heidelberger Akademie der Wissenschaften elf neue Mitglieder gewählt, sechs in die Mathematisch-naturwissenschaftliche und fünf in die Philosophisch-historische Klasse. Zu ordentlichen Mitgliedern der Heidelberger Akademie werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes Baden-Württemberg gewählt, die sich bereits durch hervorragende wissenschaftliche Leistungen ausgewiesen haben. Daneben können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zu korrespondierenden Mitgliedern gewählt werden. Eine Selbstbewerbung um die Mitgliedschaft ist nicht möglich.

 

Die Anzahl beläuft sich somit auf derzeit 194 ordentliche (mit Wohnsitz oder Dienstort in Baden-Württemberg) und 73 korrespondierende Mitglieder der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

 

 

Neue Mitglieder der Philosophisch-historischen Klasse:

 

Prof. Dr. Sabina Pauen ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Heidelberg. Der Schwerpunkt ihrer heutigen Arbeit liegt auf der Erforschung frühkindlicher kognitiver Fähigkeiten. Sie erhielt u. a. den Lehrpreis des Landes Baden-Wuerttemberg (1997) und den Charlotte und Karl Bühler Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (2000). Seit 1999 ist sie Leiterin der Sektion Säuglingsforschung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.

Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack ist Professor für Ägyptologie und Direktor des Ägyptologischen Instituts der Universität Heidelberg. Er beschreibt seine drei wichtigsten Forschungsfelder mit „Ägyptische Sprache, Literatur und Religion“, „Edition spätägyptischer Tempelbibliotheken“ und „Divinatorische Texte“. Seine wissenschaftlichen Auszeichnungen sind unter anderem das „Heisenberg-Stipendium“ (2003-2005) sowie ein Stipendium der Kalkhof-Rose-Stiftung (verwaltet von der Akademie der Wissenschaften Mainz) (2002-2003). Darüber hinaus ist er Mitherausgeber der Fachzeitschrift „Die Welt des Orients“ und Mitherausgeber der wissenschaftlichen Reihen „Probleme der Ägyptologie“, „Orientalische Religionen in der Antike“, „Oikoumene. Studien zur antiken Weltgeschichte“ und Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift „Studien zur altägyptischen Kultur“.

Prof. Dr. Raphael Rosenberg ist Professor Kunstgeschichte. Nachdem er einen Lehrstuhl für neuere und neueste Kunstgeschichte an der Uni Heidelberg inne hatte, trat er vor wenigen Monaten einen Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Universität Wien an. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei der Kunst der italienischen Renaissance; Malerei, Graphik und Karikatur des 19. Jahrhunderts; Abstrakte Kunst und ihre Voraussetzungen; Architektur des Nationalsozialismus; Geschichte der Kunstliteratur sowie Geschichte und Psychophysiologie der Kunstrezeption. Unter anderem war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin (2007/2008) und ist seit 2008 Mitglied des Senats- und Bewilligungsausschusses für die Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Prof. Dr. Thomas Schäfer ist Professor für Klassische Archäologie und Direktor des Instituts für Klassische Archäologie an der Universität Tübingen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die griechische und römische Ikonographie und Ikonologie; Bildsprache der späten römischen Republik und der frühen Kaiserzeit sowie Kontaktzonen von Ethnien im antiken Mittelmeergebiet. Er führt Grabungen in Pantelleria (Italien) und Sigeion (Türkei) zum Nachweis von Kultur- und Handelskontakten an strategischen und wirtschaftlich bedeutenden hotspots der Antike durch und ist Herausgeber der "Tübinger Archäologischen Forschungen" sowie langjähriges Mitglied im Fachkollegium Alte Kulturen der DFG. Zuden ist er Träger des Preises Sebetia ter, Napoli für Archäologie.

Prof. Dr. Wolfgang Seibel ist Professor für Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz. Die Forschungsschwerpunkte von ihm sind der Holocaust und Polykratie in Westeuropa in den Jahren 1940 bis 1944, die Individualisierung und Handlungslogik der Verfolgung, insbesondere die Differenzierung von Verfolgungsnetzwerken des Holocaust in Belgien in den Jahren 1940-1944 und die Opfer der Neuen Weltordnung mit Untersuchung der politischen Konstruktion von Erfolg und Scheitern internationaler Interimsverwaltungen. Für das akademische Jahr 2002 bis 2003 wurde er zum Mitglied der School of Historical Studies des Institute of Advanced Study in Princeton gewählt. 2004 bis 2005 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit 2005 ist Seibel zudem Adjunct Professor an der der Hertie School of Governance in Berlin.

 

 

Neue Mitglieder der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse:

 

Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Georg Bock ist Professor für Mathematik und Informatik an der Universität Heidelberg und geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Adaptive Diskretisierung und Newtonähnliche Verfahren für die Optimierung großer Systeme, Simultane Verfahren für nichtlineare Optimierung und Optimale Steuerung von Prozessen, welche durch DAE und PDE Modelle beschrieben werden, Lösung beschränkter nichtlinearer DAE- und PDE-Steuerungsprobleme mit Feedback in Echtzeit, Numerische Verfahren für Zustands- und Parameterschätzung, Numerische Verfahren für differential-algebraische Gleichungen (DAE), modellbasierte nichtlineare Optimale Versuchsplanung, Nichtlineare gemischt-ganzzahlige dynamische Optimierung, Optimierung unter Unsicherheiten, robuste Optimierung, Stabilitäts-Optimierung von Laufbewegungen, computergestützte Methoden zur Sicherung und Erschließung kulturellen Erbes, Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Mechanik und Biomechanik, Chemie, Verfahrenstechnik, Systembiologie und Biomedizin.

Prof. Dr. Leena Bruckner-Tuderman ist Professorin für Dermatologie und Venerologie an der Universität Freiburg sowie Direktorin der Universitäts-Hautklinik in Freiburg und Direktorin im Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Ihre Forschungen konzentrieren sich auf Molekulare Genetik und Biologie der Haut sowie seltene Erkrankungen. Ihre wissenschaftlichen Auszeichnungen sind u. a. Rudi Cormane Lecture of the European Society of Dermatological Research (2008) und Stanley Davidson Lecture, Royal College of Physicians of Edinburgh (2009) sowie der Eva Luise Köhler-Forschungspreis für seltene Erkrankungen (2009). Darüber hinaus ist sie Mitglied in Editorial Boards von mehreren wissenschaftlichen Zeitschriften, Koordinatorin von wissenschaftlichen Netzwerken (BMBF, Internationales E-Rare-Programm) sowie seit 2004 Fachkollegiatin im DFG-Fachkollegium Medizin.

Prof. Dr.med. Dr.rer.nat. Jürgen Debus ist Professor für Radioonkologie an der Universität Heidelberg sowie Ärztlicher Direktor der Abteilung für Klinische Radiologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Klinische und Experimentelle Radioonkologie. U. a. erhielt er den Promotionspreis der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (1993), den Young Investigator’s Award der American Association of Physicists in Medicine (1995), den Hermann-Holthusen-Preis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (1998) und den Erwin Schrödinger Preis für interdisziplinäre Forschung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (1999).

Prof Dr. med. Peter H. Krammer ist Professor für Immunologie am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf Zelltod, Apoptose, Rolle der Apoptose im Immunsystem, bei Krebs und in der Pathogenese verschiedener Krankheiten. Ausgezeichnet wurde er mit 21 nationalen und internationalen Preise, u. a. dem Robert-Koch-Preis (1995), dem Ernst-Jung-Preis für Medizin (2000) sowie dem Lautenschläger-Preis (2003). Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.

Prof. Dr. Dr.h.c. Frank Lehmann-Horn ist Professor für Angewandte Physiologie an der Universität Ulm und Direktor des dortigen Instituts für Angewandte Physiologie. Herr Lehmann-Horn beschreibt seine drei wichtigsten Forschungsfelder mit „Neurowissenschaften“, „Physiologie der zellulären Erregbarkeit“, und „Ätiologie, Pathogenese und Therapie von Ionenkanalerkrankungen des Gehirns und der Muskulatur“. Seine wissenschaftlichen Auszeichnungen sind unter anderem der „Gaetano-Conte Prize for Basic Muscle Research der Universität Neapel (2004)“, die „Hertie-Seniorforschungsprofessur für Neurowissenschaften (2008)“ sowie der „Art of Listening Award der Genetic Alliance, Washington, DC (2009)“. Über die o. g. Forschungsgebiete hinaus interessiert ihn die Metaforschung zum Begutachtungssystem in der Wissenschaft.

Prof. Dr. Joachim Spatz ist Professor für Biophysikalische Chemie an der Universität Heidelberg und Wissenschaftliches Mitglied der Max Planck Gesellschaft. Derzeit ist er kommissarischer Leiter des Max Planck Instituts für Metallforschung in Heidelberg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt er Materialforschung, Biophysikalische Chemie, Physik weicher Materie und Zellbiologie.

Unter anderem erhielt er den Wissenschaftlichen Förderpreis des Verbandes der Metallindustrie Baden-Württemberg e.V. (1996), den Schloessmann-Forschungspreis der Max-Planck-Gesellschaft (1996), den Promotionspreis der Universität Ulm (1997), den Young Researcher Award der Ulmer Universitätsgesellschaft (1998), den Reimund Stadler Preis – Habilitationspreis der Fachgruppe Makromolekulare Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (1999), den Gerhard Hess–Forschungspreis der DFG (2000), den Alfried Krupp Forscherpreis für junge Fakultätsmitglieder (2002) und den Otto Klung-Preis für Physik (2003). 2007 war er Mitglied im Innovationsrat Baden-Württemberg des Ministerpräsidenten und erhielt 2008 den Weston Visiting Professorship am Weizmann Institute of Science in Israel.

 Heidelberger Akademie Der Wissenschaften     

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat seit 1920 ihren Sitz im ehemaligen Großherzoglichen Palais unterhalb des Schlosses am Karlsplatz. Der Bau repräsentiert die Idealform eines städtischen Adelshofes des frühen 18. Jahrhunderts.

 

 

 

(Foto: Akademie/Oestergaard)

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, gegründet 1909, ist die wissenschaftliche Akademie des Landes Baden-Württemberg und eine der acht deutschen Akademien der Wissenschaften. Als außeruniversitäre Forschungsprojekte verantwortet sie derzeit 22 Forschungsvorhaben, in denen etwa 230 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Mitglieder der Heidelberger Akademie treffen sich als herausragende Vertreter ihrer jeweiligen Disziplin regelmäßig zum fächerübergreifenden Gespräch, die Akademie veranstaltet wissenschaftliche Tagungen sowie öffentliche Vortragsreihen. Mit der 2002 erfolgten Einrichtung eines Nachwuchskollegs (WIN-Kolleg), der Ausrichtung der „Akademiekonferenzen für junge Wissenschaftler“ sowie durch die Vergabe von Forschungspreisen fördert sie herausragende jüngere Exponenten der Wissenschaft.

 

 

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Dr. Herbert von Bose

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Letzte Änderung: 27.04.2010