Jahresfeier der Heidelberger Akademie der Wissenschaften

Presseeinladung

Heidelberg, 19. Mai 2011

 

Heidelberg. Am 28. Mai 2011 um 11 Uhr begeht die Heidelberger Akademie der Wissenschaften ihre diesjährige Jahresfeier in der Alten Aula der Universität. Hierzu sind Sie herzlich eingeladen. Traditionell steht der Festvortrag eines der Mitglieder der Akademie im Zentrum der Veranstaltung.

Dieses Jahr wird der Physiker Professor Hilbert von Löhneysen über „Stromfluss ohne Widerstand – Hundert Jahre Supraleitung“ sprechen. Er umschreibt das Thema folgendermaßen:

„Im Jahr 1911 entdeckte der niederländische Physiker H. Kamerlingh Onnes, dass in manchen Metallen der elektrische Strom bei sehr tiefen Temperaturen, nahe am absoluten Nullpunkt, ohne Widerstand fließen kann. Die verlustlose elektrische Leitung, ergo Supraleitung, wird unter anderem zur Erzeugung hoher Magnetfelder, etwa für Kernspintomographen oder für Experimente am Teilchenbeschleuniger CERN, benutzt. Erst 1957, also fast fünfzig Jahre nach der Entdeckung, gelang die theoretische Erklärung […]. Durch die Entdeckung der ‚Hochtemperatursupraleiter‘ – immer noch weit unterhalb unserer Umgebungstemperatur – durch J. G. Bednorz und K. A. Müller erhielt die Forschung zusätzlichen Impetus, der zu neuen Konzepten, neuen Materialklassen und neuen Anwendungen der Supraleitung geführt hat. Gegenwärtig wird besonders der ‚Klebstoff‘, der die Elektronen in neuen Supraleitern zu Paaren bindet, viel diskutiert.“

Hilbert von Löhneysen ist seit 1986 Ordinarius am Physikalischen Institut und leitet seit 2000 zusätzlich das Institut für Festkörperphysik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Er studierte in Göttingen und wurde 1976 an der Universität Köln promoviert. Seine Habilitation beendete er nach einem Postdoc-Aufenthalt am CNRS, Grenoble, 1981 an der RWTH Aachen. Von 1995 bis 2001 war er Mitglied des Senats und des Hauptausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er ist seit 2001 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und seit 2006 der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech). Seit 2006 ist er Mitglied des Wissenschaftsrates.

Auf dem Programm der Jahresfeier steht neben Grußworten der Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer MdL, und der Vizepräsidentin der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll, der jährliche Bericht des Präsidenten der Heidelberger Akademie, bei dem auch die neugewählten Mitglieder kurz vorgestellt werden. Professor Hahn wird in seinem Bericht auch über die wissenschaftlichen Tätigkeiten und Aktivitäten der Akademie seit der letzten Jahresfeier sprechen.

 

Im Rahmen der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden von den Sekretaren beider Akademie-Klassen insgesamt vier Preise an junge herausragende Wissenschaftler im Gesamtwert von 23.000 Euro feierlich überreicht: Dieses Jahr gehen der

Akademiepreis an Dr. Christian Georg Martin aus München, der

Karl-Freudenberg-Preis an Dr. Daniel Schock-Kusch aus Mannheim, der

Walter-Witzenmann-Preis an Dr. Jost Eickmeyer aus Heidelberg und der

Sigrid-und-Viktor-Dulger-Preis an Dr.-Ing. Jennifer Niessner aus Stuttgart.

Die Preisträger stellen Ihre Arbeiten der Öffentlichkeit bereits am 27. Mai ab 15 Uhr im Akademiegebäude in der Karlstraße 4 vor.

 

Musikalisch umrahmt wird die Jahresfeier von Katharina Olivia Brand am Klavier mit Werken von Vinzenz Lachner und Franz Liszt.