"Solch bacchantisch Sauleben" - Studentenleben in Komödien um 1600

Öffentlicher Vortrag an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

 

Heidelberg, 16. Juni 2011, 18.15 Uhr, Akademiegebäude, Karlstraße 4

  Cornelius Relegatus      

Illustration zum „Cornelius relegatus”, in: Speculum Cornelianum, Straßburg 1618, Abbildung bei Wikimedia

                                                                                       

Heidelberg. Lotterleben, Trinkgelage und nächtliche Exzesse – das sind bekanntlich bis auf den heutigen Tag die elementaren Bestandteile des gern zitierten Bummelstudenten. Doch wann kam dieses Bild auf und wie hat es sich verbreitet? Kaum zu glauben ist, dass sich diese Darstellung schon im 16. Jahrhundert in der Literatur bzw. im Theater ausdrückte und, da sich dieses Bild äußerster Beliebtheit erfreute, schnell verbreitete. Thomas Wilhelmi, Professor für ältere und neuere deutsche Literaturwissenschaft sowie Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wird uns zu diesem Thema interessante und unterhaltsame Einblicke geben. Studenten, die die städtische Ordnung stören und ohne großen Eifer studieren, treten in den Komödien "Studentes" (1545) von Christoph Stymmel und "Cornelius relegatus" (1600) des Rostocker Schulrektors Albert Wichgreve in Erscheinung. Wichgreves Stück fand an Lateinschulen und Universitäten im Nu weite Verbreitung. 1605 erschien es in freier (frühneuhoch)deutscher Übersetzung des Osterweddinger Pastors Johannes Sommer.

 

In dieser Version führt die Theatergruppe "Vogelfrei" des Germanistischen Seminars das Stück im Anschluss an den Vortrag im Garten des Seminars (Karlstraße 2) auf. Zwischen Vortrag und Aufführung treten ein kleiner Seminar-Chor sowie ein Bläserensemble der ESG Heidelberg auf. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Universitätsjubiläums statt.

 

Zu dem Vortrag, der auch im Rahmen der Mitarbeiterreihe der Heidelberger Akademie der Wissenschaften „Wir forschen. Für Sie.“ stattfindet und dem Theaterstück sind Öffentlichkeit und Medienvertreter herzlich eingeladen.

 

Der Vortrag in der Akademie ist kostenlos, für die Theateraufführung wird Eintritt in Höhe von 6 Euro, ermäßigt 4 Euro erhoben. Karten können über www.vogelfrei.uni-hd.de reserviert werden oder sind an der Abendkasse (ab 19 Uhr) erhältlich. Die Theateraufführung findet bei Regen erst am 24. oder 25. Juni statt.

 

Der Referent:

Prof. Dr. Thomas Wilhelmi ist seit 1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Bucer-Forschungsstelle). Er lehrt an den Universitäten Basel (sporadisch, seit 1992) und Heidelberg (regelmäßig, seit 1998) ältere und neuere deutsche Literaturwissenschaft; Venia legendi für das Fach Deutsche Philologie des Späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Editionswissenschaft und der Historischen Hilfswissenschaften.

 

Die Mitarbeiterreihe der Heidelberger Akademie der Wissenschaften:

Unter dem Motto „Wir forschen. Für Sie.“ sind Öffentlichkeit sowie Medienvertreter herzlich dazu eingeladen, mit Forschern persönlich ins Gespräch zu kommen. Von der Volkshochschule mit beworben, gehört die Mitarbeiterreihe seit inzwischen acht Jahren zum festen Veranstaltungsplan der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Dabei stellen mehrere Forschungsstellen ihre Projekte der Öffentlichkeit vor. Danach können offen Fragen diskutiert werden.

 

Die Reihe wird am 7. Juli 2011 mit dem Vortrag „Pinselstrich oder Riss im Fels? – Gemeißelte Schriftzeichen und chinesische Kulturgeschichte“ fortgeführt.

  

Rückfragen bitte an:

 

Dr. Herbert von Bose

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

der Heidelberger Akademie der Wissenschaften

Telefon: 06221 / 54 34 00

Fax: 06221 / 54 33 55

E-Mail: herbert.vonbose@adw.uni-heidelberg.de

Internet: www.haw.uni-heidelberg.de

 

sowie

 

Dr. Ditte Bandini

Mitarbeiterin der Forschungsstelle „Felsbilder und Inschriften am Karakorum-Highway“

Koordinatorin der Veranstaltungsreihe

Telefon: 06221 / 54 34 60