Die Vermessung der Welt.
Religiöse Deutung und empirische Quantifizierung im mittelalterlichen Europa

Kollegiat

Dr. Christoph Mauntel

 

Kontaktadresse

Universität Tübingen

Graduiertenkolleg 1662 "Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800-1800)"

Liebermeisterstr. 12

72076 Tübingen

christoph.mauntel@uni-tuebingen.de

 

gott_schöpfer

Gott als Schöpfer vermisst mit einem Zirkel die Erde.
Altestamentarische Bibel, 1477, Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 16, fol. 9v.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie lateinsch-christliche Autoren des Mittelalters ihre Welterfahrung zwischen traditionellen Deutungsmustern und individuellen Erfahrungen abwogen. Ansatzpunkt hierfür ist die Systematisierung und Rationalisierung des verfügbaren Wissens im 13. Jahrhundert, in deren Folge antike Werke verstärkt rezipiert und Enzyklopädien neu verfasst wurden. Gleichzeitig weitete sich der Blick der lateinischen Christenheit durch zunehmende Austauschprozesse auf bisher nur theoretisch erfasste Weltgegenden: Bei Reisen in ferne Regionen standen sich nun biblisches und antikes Traditionswissen und eigene, empirische Erfahrungen gegenüber. Es soll analysiert werden, wie bei dieser neuen Erfassung der Welt religiöse Gewissheit gegen individuelle Erfahrung abgewogen wurde und welche Rolle dabei dem Messen und Zählen als Beschreibungsmethode zukam.

 

 
verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 30.09.2015
zum Seitenanfang/up