Working Numbers“: Science and Contemporary Politics

Kollegiat

MMag. Dr. Markus J. Prutsch, M.Res.

Mitarbeiter

Lars Lehmann M.A.

 

Kontaktadresse

Universität Heidelberg/Europäisches Parlament

Europäisches Parlament

Rue Wiertz 60 (SQM SQM 07Y037)

1047 Brüssel, Belgien

markus.prutsch[at]europarl.europa.eu

 

Der Siegeszug gesellschaftlicher Rationalisierung machte in den vergangenen Jahrzehnten auch vor der Politik nicht Halt, manifest in einer wachsenden „Verwissenschaftlichung“ des politischen Betriebs gerade in demokratischen Ordnungen. Nicht zuletzt angesichts der wachsenden Komplexität und Diversifizierung moderner Politik greifen Entscheidungsträger in zunehmendem Maße auf die Dienste wissenschaftlicher Politikberatung zurück, wodurch gleichzeitig für den politischen Prozess charakteristische Werteabwägungen durch eine rationale Komponente ergänzt und zusätzlich legitimiert werden können. Diese zusätzliche Legitimation politischen Handelns resultiert aus dem Anspruch, Entscheidungen nicht allein aus Überzeugungen heraus, sondern „nach bestem Wissensstand“ und auf Basis rational-wissenschaftlicher Erkenntnis zu treffen. Sinnbildlichen Ausdruck findet der Anspruch einer primär fakten- bzw. evidenzbasierten Entscheidungsfindung im Bemühen um „Quantifizierung“.

So überzeugend die potentiellen Vorteile einer an Zahl und Maß orientierten Politik indes sein mögen, die Objektivität, Messbarkeit und Überprüfbarkeit verheißt, so gilt es auch die Grenzen und potentielle Gefahren eines hochgradig quantifizierenden, „verwissenschaftlichten“ Zugangs zur Politik und deren Gestaltung zu erkennen. Vor diesem Hintergrund ist es das vorrangige Ziel dieses Projektes, zu einer kritischen Bewertung des gegenwärtigen Verhältnisses von Politik und Wissen(schaft) zu gelangen, dies unter besonderer Berücksichtigung des Aspekts der „Quantifizierung“ und „Rationalisierung“ von Politik. Hierbei liegt der Fokus auf europäischer Ebene.

Die zentralen Ziele und Aufgabenstellungen des Projektes lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Bewertung der Rolle von „wissenschaftlicher Rationalität“ und Quantifizierung im Besonderen in der zeitgenössischen (europäischen) Politik.
  2. Herausarbeitung der Argumente, die zugunsten einer (quantifizierenden) „Verwissenschaftlichung“ des politischen Betriebs und des Festmachens von politischen Zielen an messbaren Größen ins Feld geführt werden (können).
  3. Beleuchtung der damit verbundenen Herausforderungen und Probleme, greifbar etwa in deutlich unterschiedlichen System- und Funktionslogiken von Politik und Wissenschaft oder der Gefahr einer Politisierung der Wissenschaft.
  4. Formulierung von Empfehlungen für eine beidseitig nutzbringende Ausgestaltung des Verbundes von Politik und (quantifizierender) Wissenschaft.

 

Im Projekt wurde im April 2016 die Akademiekonferenz Science, Numbers and Politics abgehalten.

verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 16.03.2017
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