Neogeographie einer digitalen Erde:
Geo-Informatik als methodische Brücke in der interdisziplinären Naturgefahrenanalyse (NEOHAZ)

Kollegiat

Jun.-Prof. Dr. Bernhard Höfle

Mitarbeiter

Carolin Klonner

Sabrina Marx

Tomás Usón

 

Kontaktadresse

Geographisches Institut, Abteilung Geoinformatik

Heidelberg Center for the Environment (HCE)

Universität Heidelberg

Berliner Str. 48, 69120 Heidelberg

hoefle@uni-heidelberg.de

http://lrg.geog.uni-heidelberg.de

 

 

neohaz

 

Das Verstehen der komplexen Mensch-Umwelt-Interaktionen auf unserer Erde durch Messen und Beobachten kann nur durch Wissenschaftsansätze erreicht werden, die disziplinäre Grenzen überschreiten. Mit der fortschreitenden Verbreitung und Nutzung der Internettechnologie und mobiler Geräte wie Smartphones, die es auch Nicht-Experten/-innen erlauben, geographische Daten mittels GPS zu erfassen und im Web zu teilen, eröffnet sich ein neues Netzwerk der Erdbeobachtung mit Millionen von potenziellen „Sensoren“. Dieses Phänomen der „Neogeographie“ ergänzt die wissenschaftliche Erdbeobachtung, indem die Erfassung und Nutzung von Geoinformation im Web für alle zugänglich wird. Isoliert betrachtet, ist die Neogeographie kaum analytisch, trägt wenig zur Generalisierung bei und schafft keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse oder Theorien.
Dieses WIN-Projekt erforscht die Möglichkeiten und Grenzen der Integration nutzergenerierter Geoinformation aus dem Web in die wissenschaftliche Naturgefahrenanalyse. Hierbei wird untersucht, ob auf diese Weise verbesserte Ergebnisse erreicht und neue Erkenntnisse über die Mensch-Umwelt-Interaktion möglich werden. In der interdisziplinären Naturgefahrenanalyse werden gekoppelte natur- und sozialwissenschaftliche Konzepte eingesetzt, die Ergebnisse einzelner (disziplinärer) Systemkomponenten zusammenführen. Ziel des fächerübergreifenden Projektes ist es, sozial- und naturwissenschaftliche Forschungsansätze sowie Methoden der Geoinformatik und des Wissenschaftlichen Rechnens zu bündeln. Dies erlaubt erstmals eine gemeinsame Evaluierung und fächerübergreifende Synthese der Integration von Beobachtungen der Neogeographie in die Naturgefahrenanalyse. Damit kann ein wichtiger Beitrag zu einer zukünftigen partizipativen Naturgefahrenanalyse geschaffen werden, die lokale Werteeinstellungen und Wahrnehmungen von Naturgefahren mit naturwissenschaftlichen Prozessmodellierungen vereint. Der Fokus liegt dabei auf der Phase vor Eintritt eines Ereignisses. Als ein Studiengebiet wurde Chile ausgewählt, das regelmäßig von verschiedensten Naturgefahren betroffen und im Bereich der Neogeographie kaum erforscht ist.

Weitere Informationen zum Projekt unter: http://www.geog.uni-heidelberg.de/gis/neohaz.html

verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 09.03.2017
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