WIN-Kolleg: Kollegiaten


Krause Johannes
 

 

Johannes Krause

Jahrgang 1980

Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie
Universität Tübingen

Rümelinstr. 23
72070 Tübingen

johannes.krause@uni-tuebingen.de
 

 

Nach seinem Studium der Biochemie an der Universität Leipzig (2000-2005) promovierte Johannes Krause von 2005 bis 2008 am Max-Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig unter Svante Pääbo. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit genetischen Untersuchungen am Neandertaler und Höhlenbären.

Auf die Promotion erfolgte eine zweijährige Postdoc-Phase im MPI in Leipzig zum Thema genetische Untersuchungen an frühen modernen Menschen. Während dieses Projektes gelang es Johannes Krause, eine neue Menschen-Form, den Denisova-Menschen, erstmals nachzuweisen. Weiterhin arbeitete er an der Entschlüsselung des gesamten Kerngenoms vom Neandertaler und Denisova-Menschen.

2010 erhielt er den Tübinger Förderpreis der Gesellschaft für Urgeschichte und Quartärökologie für seine Doktorarbeit, außerdem den AAAS Newcomb Cleveland Prize für die beste Publikation, die 2009-2010 in Science  publiziert wurde. Im gleichen Jahr wurde er auf eine Juniorprofessur für Paläogenetik an die Universität Tübingen berufen und baute dort ein Labor und Arbeitsgruppe auf, die sich mit genetischen Untersuchungen früher moderner Menschen sowie der genomweiten Rekonstruktion von historischen Pathogenen beschäftigt. 2011 gelang es seinem Team, das komplette Genom des mittelalterlichen Pesterregers zu entschlüsseln.  2013 folgten die Entschlüsselungen für das Genom des Erregers der Irischen Kartoffelseuche sowie für das Genom des mittelalterlichen Lepraerregers. Einen renommierten "Starting Grant" hat Johannes Krause  2012  vom Europäischen Forschungsrat erhalten. Seit dem 1. Oktober 2013 hat er eine  W3-Professur für Archäo- und Paläogenetik an der Universität Tübingen inne.

 

AUSGEWÄHLTE PUBLIKATIONEN
  • V.J.Schuenemann, … , and J.Krause) (2013). Genome-Wide Comparison of Medieval and Modern Mycobacterium Leprae.
    Science (Jun 13 2013).
  • K.I.Bos, … , and J.Krause (2011). A draft genome of Yersinia pestis from victims of the Black Death.
    Nature 478, 506-510.
  • M.Stoneking and J.Krause (2011). Learning about human population history from ancient and modern genomes.
    Nature Genetics Reviews 12, 603-614.
  • R.E.Green, J.Krause, et al. (2010). A draft sequence and preliminary analysis of the Neandertal genome.
    Science 328, 710 – 722.
  • J.Krause, Q.Fu, J.M.Good, B.Viola, M.Shunkov, A.Derevianko and S.Paabo (2010). A complete mtDNA genome of an unknown hominin from Southern Siberia.
    Nature 464(7290) pp. 894-7.

 

verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 14.08.2014