Konstruktion von Vergangenheit als Raum des Politischen: Europa und das



Kollegiaten

PD Dr. Kirsten Mahlke

Prof. Dr. Frank Bezner

 

In der Geschichte und im Selbstverständnis Europas spielt die Konstruktion von Vergangenheit eine zentrale Rolle. Sei es als „Mythos“, „erzählte Geschichte“, „Geschichtswissenschaft“ oder als in Orten, Denkmälern, Bildern sedimentiertes „Gedächtnis“: Die Vergegenwärtigung des Vergangenen gehört zu den zentralen kulturellen Praktiken, über welche die Existenz politischer Entitäten, Legitimität, Interessen, Gegensätze konzeptualisiert, verteidigt, delegitimiert, bisweilen erst aktualisierbar und präsent werden. Macht, Herrschaft, politisches Handeln existieren nie ohne kulturelle Symbolik – und die Produktion von Vergangenheit gehört zu ihren wichtigsten und komplexesten Formen.

 

Das Forschungsprojekt untersucht die Konstruktion von Vergangenheit als Aspekt – oder „Raum“ – der politischen Kultur Europas. Die interdisziplinäre und epochenübergreifende Anlage des Projekts ermöglicht es, die historischen Dimensionen des Phänomens ebenso in den Blick zu nehmen wie die systematischen Zusammenhänge und theoretischen Zugangsmöglichkeiten. Dadurch wird ein kulturwissenschaftlicher „Zwischenraum“ geschaffen, in dem die Rolle kultureller Produktion und Symbolisierung bei der Organisation und Repräsentation von Macht (und Ohnmacht) in ihrer Komplexität dargestellt werden kann.

 

Ziel des Projektes ist es,

  • diese Fragestellung in monographischen Einzelstudien exemplarisch zu untersuchen,
  • ein Netzwerk von Nachwuchswissenschaftlern aufzubauen, die an einschlägigen Studien zur Thematik arbeiten, und damit ein Forum für interdisziplinären Austausch zu schaffen,
  • durch die Veranstaltung von Tagungen und Workshops die für die Fragestellung des Projekts notwendige historische und systematische Breite zu erzielen.

 


verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 28.09.2009