Neuronale Repräsentation der Kommunikation von Emotionen


Kollegiaten

Dr. Silke Anders

Dr. Gabriele Ende 

Dr. Markus Junghöfer

Dr. Johanna Kißler

Dr. Dirk Wildgruber

Dr. Tim Wokrina

 

Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie das Gehirn verschiedenartige Reize, die emotionale Informationen enthalten, verarbeitet. Neuere Studien belegen immer deutlicher, daß emotionale Reaktionen menschliches Verhalten in sehr viel stärkerem Maß bestimmen als bisher angenommen. Emotionale Informationen können auf ganz unterschiedliche Art und Weise vermittelt werden: Zum Beispiel drückt der Gesichtsausdruck eines Menschen einerseits dessen Emotionen aus, ruft aber gleichzeitig in seinem Gegenüber auch emotionale Reaktionen hervor. Ähnlich verhält es sich mit Sprachmelodie (Prosodie) und Sprachinhalt oder auch mit Bildern, wie wir sie täglich in den Medien sehen, oder Geräuschen, wie wir sie beispielsweise aus dem Radio oder als Hintergrundgeräusche für Filme kennen.

 

In dem Kooperationsprojekt untersuchen Nachwuchswissenschaftler aus Konstanz, Mannheim und Tübingen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der zerebralen Verarbeitung emotionaler Reize bestehen, die über unterschiedliche Kommunikationskanäle vermittelt werden. Darüber hinaus wird untersucht, inwiefern sich die Gehirnreaktionen von gesunden Personen und von Personen mit emotionalen Störungen auf solche emotionalen Kommunikationsinhalte unterscheiden.

 

Um herauszufinden, wie das Gehirn auf verschiedenartige emotionale Reize reagiert, werden Verfahren der modernen Hirnforschung sowie Verhaltenstests der klassischen Psychologie benutzt: Die funktionelle Kernspintomographie eignet sich zum Beispiel besonders gut, um zu analysieren, welche Gehirnareale bei der Verarbeitung von bestimmten Reizen aktiv sind. Dagegen stellt die Elektroenzephalographie ein ideales Verfahren zur Abbildung des Zeitverlaufes von Gehirnprozessen im Millisekundenbereich dar. Letztlich gehen aber sowohl mittels Kernspintomographie gemessene Daten als auch elektroenzephalographische Veränderungen auf neurochemische Prozesse im Gehirn zurück. Metabolische Veränderungen in Hirnstrukturen, die an der Verarbeitung emotionaler Reize beteiligt sind, sollen mittels Magnetresonanzspektroskopie analysiert werden. Um sicherzustellen, daß die gemessene Gehirnaktivität mit emotionalem Erleben und Verhalten in Beziehung steht, werden bei den Untersuchungen neben Verhaltensmaßen, wie beispielsweise subjektive Bewertungen des verwendeten Materials und Reaktionsgeschwindigkeiten, auch unwillkürliche körperliche Reaktionen, wie Veränderungen der Hautleitfähigkeit, des Herzschlags oder der Schreckreaktion, erfaßt. Auf diese Weise wird versucht, auf verschiedenen Ebenen ein sich ergänzendes Bild der Prozesse zu gewinnen, die der emotionalen Verarbeitung unterschiedlicher Kommunikationsinhalte im menschlichen Gehirn und dem daraus resultierenden emotionalen Verhalten zugrunde liegen.

 

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier: http://www.uni-konstanz.de/win

verantwortlich: Redaktion
Letzte Änderung: 28.09.2009