Baltisch-deutsche Kulturbeziehungen vom 16. bis 19. Jahrhundert. Medien – Institutionen – Akteure

Interdiziplinäre und internationale Akademiekonferenz junger Wissenschaftler

Teilkonferenz I: Zwischen Reformation und Aufklärung (5.–8. Mai 2014)

Innerhalb des frühneuzeitlichen Europas stellt das Baltikum (hier verstanden als regionaler Kulturraum, der das heutige Estland, Lettland und Litauen umfasst) einen historisch hochinteressanten Sonderfall dar, der wie kaum ein anderer zur internationalen Zusammenarbeit unter interdisziplinärer Perspektive auffordert. Weit deutlicher als in den deutschen Reichsterritorien oder den westeuropäischen Monarchien zeigt sich hier die Notwendigkeit einer kulturwissenschaftlichen Ergänzung der Polit-, Gesellschafts- und Sozialgeschichte, wie sie in der Geschichtswissenschaft seit anderthalb Jahrzehnten zunehmend eingefordert wird. Denn von der politischen Geschichte mit ihren mehrfachen Wechseln staatlicher Fremdherrschaft führt im frühneuzeitlichen Baltikum kein vergleichbar gerader Weg zur über Jahrhunderte hinweg koexistenten deutschsprachigen Kultur, da die aus den westlichen Territorien bekannten Verbindungslinien zwischen Hof und kulturellem Leben nicht in gleicher Weise vorhanden sind.

 

Daraus ergeben sich diverse Ausformungen und Facetten deutscher Kultur im Baltikum. Diese soll die Tagung erhellen, wobei keine großen Überblicksdarstellungen und perspektivische Raffungen beabsichtigt sind, vielmehr soll mittels konkreter Fallstudien aus den Quellen an bestehende Forschung angeknüpft und diese ggf. in neues Licht gerückt werden. Als heuristische Leitkategorien dienen dabei die „Agenten“ baltisch-deutscher Kulturbeziehungen, namentlich Medien (vom Tagebuch bis zu Schauspielmusiken oder Altarretabeln), Institutionen (von Sozietäten und gelehrten Gesellschaften bis zu Museen und Theatern) und Akteure (Dichter, Gelehrte, Komponisten, Übersetzer, hier auch mit Blick auf die häufige ‚Personalunion‘ mehrerer Funktionen). Im interdisziplinären Zugriff aus möglichst vielen verschiedenen Fachrichtungen soll so ein differenziertes Bild baltisch-deutscher kultureller Relationen und Kontakte, ggf. auch deren spannungsreicher Wandlungen entstehen.

 

Angesichts des langen Untersuchungszeitraumes und der üppigen Archiv- und Quellenlage wird die Tagung auf zwei, thematisch-chronologisch aufeinanderfolgende Teilkonferenzen aufgeteilt werden.

 

Tagungsprogramm

 

Veranstalter:

Raivis Bičevskis(Riga)

Jost Eickmeyer (Heidelberg)

Andris Levans (Riga)

Inga Rinau (Klaipeda)

Anu Schaper (Tallinn/Berlin)

Björn Spiekermann (Heidelberg)

 

Kontakt:

Jost Eickmeyer       
Björn Spiekermann
Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg
Hauptstr. 207-209
69117 Heidelberg

Telefon: 06221-543232 oder 543231
E-Mail:  jost.eickmeyer@gs.uni-heidelberg.de  oder  bjoern.spiekermann@gs.uni-heidelberg.de

verantwortlich: Redaktion
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