Neuerscheinungen
Nietzsche – Philosoph der Kultur(en)?
Herausgegeben von Andreas Urs Sommer
XIV, 574 Seiten
Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 2008
ISBN 978-3-11-020130-7
Weithin macht das Wort vom „Kampf der Kulturen“ die Runde. Die Gegenwart wird bestimmt von Fragen nach kultureller Identität und kultureller Diversität. Aber wie ist dem Problem der Kultur denkerisch beizukommen? Der vorliegende Band, der auf eine internationale Tagung der Friedrich Nietzsche Gesellschaft e. V. in Naumburg zurückgeht, versammelt markante Forschungsbeiträge, die ausloten, welchen spezifischen Beitrag Friedrich Nietzsche für das Verständnis dessen geleistet hat, was Kultur ist und sein soll. Dabei geht es um Nietzsches Auseinandersetzung mit dem Begriff und den Konkretionen von Kultur ebenso wie um seine kulturreformerischen Pläne, nämlich eine Kultur nach Maßgabe des Lebens zu schaffen. Es wird untersucht, inwiefern Nietzsches Versuch, aus der Perspektive fremder Kultur(en) die eigene zu beurteilen, bereits Wege interkultureller Reflexion einschlägt. Sodann wird nach der konkreten Rezeption von Nietzsches kulturphilosophischen Ansätzen im 20. Jahrhundert gefragt, galt Nietzsche doch lange Zeit als Kulturphilosoph par excellence. Schließlich wird in systematischer Hinsicht eruiert, inwiefern Nietzsches Kultur-Denken für die gegenwärtig so aktuelle Kulturphilosophie und den cultural turn in den Geisteswissenschaften noch anschlussfähig ist.
(Friedrich Nietzsche als Kanonier. Porträt 1869)
Stoizismus in der europäischen Philosophie, Literatur, Kunst und Politik
Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Moderne
Herausgegeben von Barbara Neymeyr, Jochen Schmidt und Bernhard Zimmermann
2 Bde., 960 Seiten
Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 2008
ISBN 978-3-11-020405-6
Ausgehend von den Grundpositionen der antiken Stoa erschließen die beiden interdisziplinär angelegten Sammelbände erstmals historisch und systematisch die außergewöhnlich breite Wirkungsgeschichte dieser philosophischen Schule. Sie reicht von der Spätantike über Renaissance und Humanismus bis in die Gegenwart. Die stoische Tradition prägte nicht nur Philosophie, Literatur und Politik, sondern wirkte auch auf Theologie, Kunst, Recht, Ökonomie, Psychologie und Medizin. Dabei stand das Programm ethischer Lebensorientierung im Mittelpunkt.
Dem einleitenden Gesamtüberblick folgen 42 Abhandlungen, die zentrale Themen des Stoizismus und ihre Transformationen untersuchen: u.a. bei Petrarca, Alberti, Erasmus, Montaigne, Melanchthon, Lipsius, Rubens, Monteverdi; Shakespeare, Opitz, Gryphius, Fleming, Wieland, Goethe, Schiller, Hölderlin, Kleist, Čechov, Pessoa, Grass, Houellebecq; Pascal, Spinoza, Rousseau, Kant, Schopenhauer und Nietzsche.