Melanchthon-Briefwechsel

Der Humanist Philipp Melanchthon (1497–1560) war als Professor in Wittenberg Kollege Martin Luthers und wurde dessen wichtigster und engster Mitarbeiter bei der Einführung der Reformation. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität verfasste er zahlreiche Lehrbücher, Kommentare zu antiken Schriften und biblischen Büchern, naturwissenschaftliche, historische und theologische Werke, war in der Universitätsverwaltung tätig und wurde als Berater bei Schul- und Universitätsgründungen nach außerhalb gerufen. Die enorme wissenschaftliche Bandbreite seiner Schriften und sein Anteil an der Entwicklung des christlich-humanistischen Bildungswesens sind der Grund dafür, dass er als „Praeceptor Germaniae“, als „Lehrer Deutschlands“ bezeichnet wurde. Als Berater der sächsischen Kurfürsten und als Teilnehmer von Reichstagen und Religionsgesprächen gestaltete er die Kirchenreformation maßgeblich mit.


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Philipp Melanchthon, Fensterbild der Musik- und Singschule Heidelberg, Foto: Christine Mundhenk

Aufgabe und Ziel der Melanchthon-Forschungsstelle ist die kritische und kommentierte Gesamtausgabe von Philipp Melanchthons Briefwechsel, der ca. 9.750 Stücke umfaßt. Diese Edition ist eine der grundlegenden Quellenerschließungen für die Erforschung der deutschen und europäischen Geschichte der frühen Neuzeit. Sie dokumentiert die umfangreiche Korrespondenz Melanchthons zum ersten Mal philologisch-kritisch und mit exakter Chronologie. Die überragende Stellung Melanchthons in der reformatorischen Theologie- und Kirchengeschichte und die zentrale Bedeutung seines universalen Humanismus für die europäische Bildungsgeschichte werden dadurch sichtbar.

 

Vorsitzender der Kommission

Prof. Dr. Volker Leppin

Forschungsstellenleiterin

Dr. Christine Mundhenk

Mitarbeiter

Dr. Matthias Dall'Asta
Heidi Hein
Tobias Gilcher

 

verantwortlich: Redaktion